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Eine Brücke über die Oker – viele Standpunkte

Die Bürgerinitiative „umweltverträgliche Okerbrücke“ Leiferde/Stöckheim hat 1500 Unterschriften gesammelt

Die alte Brücke zwischen Leiferde und Stöckheim ist marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Peter Sierigk

Braunschweig. Seit dem 9. Juni 2016 rollt über die Okerbrücke zwischen Stöckheim und Leiferde kein Auto mehr. Und fast genauso lange dauert der Streit darüber, wie ein Ersatz für das höchst marode Bauwerk aussehen soll. Gestern hat eine Bürgerinitiative rund 1500 Unterschriften für eine umweltverträgliche Brücke in der Okeraue im Rathaus abgegeben.

Es geht vor allem um die Größe der neuen Brücke – sollen anders als bislang auch Lkw darauf fahren können? Viele Anwohner fürchten aufkommenden Schwerlastverkehr, andere sehen die Chance, dass künftig sogar eine Buslinie die Stadtteile Stöckheim und Leiferde verbinden könnte, zumal sich unweit der Brücke, wo gerade das Baugebiet „Stöckheim Süd“ entsteht, ein Anschluss an die Straßenbahn befindet.

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer: „Ziel der Planung ist unverändert eine nutzergerechte und anwohnerfreundliche Lösung, die zugleich wirtschaftlich ist und den städtischen Haushalt möglichst gering belastet. Nach wie vor werden verschiedene Brückenlagen und Trassen auf Umweltverträglichkeit, Hochwasserabfluss, Verkehr, Wirtschaftlichkeit und Realisierung untersucht und bewertet.“ Die Bürgerinitiative fordert eine kleinere Brücke als die Stadt sie bislang vorgeschlagen hat und hat daraufhin ein Ingenieurbüro beauftragt, einen Gegenentwurf zu erstellen.
Dazu teilte Leuer mit: „Bei Durchsicht der Unterlagen wird schnell deutlich, dass die gestalterisch ansprechende und sensibel zurückhaltende Planung nicht auf einer tiefgreifenden Grundlagenermittlung der örtlichen Verhältnisse aufbaut. Dies ist für eine Brückenplanung aber zwingend erforderlich. Der Hochwasserabfluss ist dabei einer der wesentlichsten Faktoren für die Genehmigungsfähigkeit der Trasse mit der neuen Brücke.“ Dem Ingenieurbüro waren für seine Planung vom Auftraggeber keine Unterlagen für Berechnungsmöglichkeiten zum Hochwasser zur Verfügung gestellt worden.
Auch ohne Berechnung sei indes erkennbar, dass der Entwurf des Brückenbauwerks den Hochwasserabfluss behindern würde.

Aktuell arbeitet die Stadt an einer überarbeiteten Planung der von ihr favorisierten Brücke. Die Bürgerinitiative, so Mitinitiator Christoph Menze, würde gern in diese Planung eingebunden werden, deshalb auch die Übergabe der Unterschriften. Anwohnerin Barbara Lagies stellte aber auch klar, dass sie von ihrem Land, welches für den großen Neubau benötigt würde, freiwillig nichts verkaufen wolle.

Hansjörg Schülin, Gerold Jerz und Barbara Lagies mit den von der Bürgerinitiative gesammelten Unterschriften. Foto: Konrad

Die Verwaltung werde, so die Pressestelle der Stadt auf Anfrage der NB am Dienstag, noch in diesem Jahr den Ratsgremien dazu berichten und beabsichtige ebenfalls, die Bürgerinitiative zu informieren. Leuer abschließend: „Wollte man tatsächlich den Bau einer Brücke aus den zur Verfügung stehenden Eigenmitteln und ohne Fördermittel anstreben, was ausdrücklich nicht das Ziel der Verwaltung ist, wäre das nur durch den Bau einer reinen Fuß- und Radwegbrücke ohne Kraftfahrzeugverkehr möglich.“

 

 

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