Eine erfolgreiche Schwimm-Familie

Teil neun von zehn unserer Serie: Gleich sechs Schwimmer der SSG Braunschweig wurden von der Stadt für ihre Erfolge geehrt

Die sechs ausgezeichneten Schwimmer der SSG: (hinten) Katharina Wrede, Ralf Pfefferkorn, Peter Schwenzer; (vorne) Guido Jung, Lara Kleinschnittger und Alina Saymé Foto: Frauke Wrede/SSG

Braunschweig. „Man muss sich Ziele setzen“, beschreibt Ralf Pfefferkorn seine Motivation, viele Stunden in der Woche im Wasser zu verbringen. Als 34-Jähriger zählt er bei den Schwimmern längst zum „alten Eisen“ und dennoch bestreitet der Software-Entwickler internationale Wettkämpfe auf absolut hohem Niveau, ist Vize-Weltmeister der Masters, also der über 25-Jährigen.

Ralf ist Teil der Schwimm-Start-Gemeinschaft Braunschweig (SSG), ein Zusammenschluss mehrer Schwimm-Abteilungen unterschiedlicher Vereine mit dem Ziel, Spitzensport zu fördern. Und das fängt schon relativ früh an. „Es ist sinnvoll, im Alter von vier Jahren zu beginnen“, sagt Sören Novin. Der B-Lizenz-Trainer betreut bei der SSG die Spitzengruppe im Jugend-Bereich, also die Sportler, die später bei Deutschen Meisterschaften oder auch international bis hin zu Olympia schwimmen möchten. Das erfordert viel Einsatz. Die 14-jährige Maya Lutz erzählt, dass sie zweimal in der Woche um 6 Uhr vor der Schule trainiert – und nachmittags sowieso. „Ohne die Unterstützung der Eltern wäre das nicht möglich“, sagt Sören.

Ralf Pfefferkorn ist amtierender Vize-Weltmeister bei den Masters über 200-Meter-Rücken. Foto: Lorenz Rudek/SSG

 

Die hat auch Katharina Wrede. Die 17-Jährige ist die derzeit erfolgreichste Athletin des SSG-Nachwuchses. Sie ist Deutsche Jahrgangsmeisterin, war bei den Jugend-Europameisterschaften und gehört zum Kader des Deutschen Schwimm-Verbandes. Mutter Frauke ist bei der SSG als Pressesprecherin aktiv: „Katharina investiert sehr viel in das Schwimmen, sie geht auf ein Internat in Hannover, das ihr die Möglichkeit bietet, sich mit dem Abitur ein Jahr länger Zeit zu lassen, damit die riesengroßen Trainingsumfänge bewältigt werden können.“ Mit Erfolg: Bei den Bezirks- und Bezirksjahrgangsmeisterschaften Sprint auf der Kurzbahn konnte Katharina Anfang November fünf Jahrgangstitel, drei Titel im Offenen Finale sowie drei Bezirksrekorde holen und sich in ihrer Paradedisziplin für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften, die am letzten Wochenende in Berlin ausgetragen wurden, empfehlen. Mit einer Qualifikationszeit von 25,52 Sekunden über 50 Meter Freistil ging sie als 25. bundesweit dort an den Start. Und mit überragenden 24,79 Sekunden wurde sie Juniorenmeisterin sowie Fünfte in der offenen Wertung.

Ihre aktive Zeit bei den Juniorinnen hinter sich gelassen hat Alina Saymé und mit einem zweiten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im letzten Jahr gleich einen guten Start bei den Masters hingelegt. Während für internationale Wettkämpfe eine Altersgrenze von 25 Jahren gilt, darf man in Deutschland schon mit 20 als Master starten. Und trotz des Altersunterschiedes bei den Masters der SSG – der älteste ist mit 48 Jahren Guido Jung – hat die 20-Jährige den Schritt nicht bereut: „Das ist fast eine zweite Familie.“ Da lässt sich auch eine „Kult“-Trainingseinheit wegstecken, die Sören einmal zum Saisonabschluss mit der Aussicht auf leckere Berliner im Anschluss hat schwimmen lassen: 100 mal 100 Meter. Es kommen ja auch wieder neue Ziele.

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