Eine Normalisierung ist nicht in Sicht | Neue Braunschweiger
18. April 2020
Sport

Eine Normalisierung ist nicht in Sicht

Kontaktsperre und Verbot von Großveranstaltungen sorgen für Unsicherheit im Profifußball

Die dritte Liga in der Zwickmühle. Beide auf diesem Symbolbild angedeuteten Szenarien würden den Vereinen Probleme bereiten. Foto: imago images/osnapix

Braunschweig. Die Ankündigungen der Bundesregierung, bis 31. August keine Großveranstaltungen zuzulassen und die aufgrund der Coronakrise geltenden Kontaktbeschränkungen bis zum 4. Mai aufrechtzuerhalten dämpft die Hoffnung der Fußballwelt auf eine baldige Normalisierung der Situation.

Auch der von der DFL ins Auge gefasste Termin, die aktuelle Spielzeit in den beiden ersten Ligen am 9. Mai mit Geisterspielen ohne Publikum fortzusetzen, dürfte nun ins Wanken geraten, da reguläres Mannschaftstraining erst wenige Tage vorher möglich sein wird. Ein solches Szenario wird von vielen Clubs jedoch abgelehnt, da eine kurzfristige Umstellung vom aktuellen Kleingruppentraining auf regulären Übungsbetrieb im Mannschaftskreis als problematisch angesehen wird. Baldige Geisterspiele erachten die Clubs aus finanziellen Gründen jedoch als überlebensnotwendig, da sie den Verlust von Fernsehgeldern befürchten, wenn die Spiele nicht stattfinden und im Fernsehen gezeigt werden können.

CSU-Chef Markus Söder bezeichnete Geisterspiele am Donnerstag immerhin als „denkbar“, sodass der DFL bis zur auf den 23. April verschobenen Generalversammlung Zeit hat, an einem möglichen Austragungsszenario zu feilen.

Völlig offen ist jedoch, wie es in der dritten Liga weitergeht. Das weiterhin geltende Kontaktverbot verhindert auch hier eine Aufnahme des regulären Trainings der Mannschaften, die sich bislang ohnehin nur teilweise zur Aufnahme von Kleingruppentraining entschieden haben. Der mögliche Starttermin am 16. Mai gerät deshalb ebenso in die Ferne wie ein angedachter Saisonabschluss zum 30. Juni diesen Jahres. Die Vereine hoffen darauf, dass der DFB ein tragfähiges Konzept präsentiert, wie es in der finanziell ohnehin problematischen Spielklasse weitergeht. Allerdings sind die Clubs nach wie vor gespalten, ob die Fortsetzung oder ein Abbruch der aktuellen Spielzeit die bessere Alternative darstellen. Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg, hat bei „liga3-online.de“ von 800 000  Euro Mehrkosten gesprochen, die bei einer Saisonfortsetzung mit Geisterspielen entstünden und neben einem Abbruch einen Neustart im September oder Oktober gefordert, weil „wir in der Vorbereitung auf die neuen Saison andere Maßstäbe ansetzen könnten, um die Kosten zu managen.“

Hansa Rostocks Boss Robert Marien befürchtete auf derselben Plattform durch einen Abbruch der Saison einen höheren finanziellen Schaden. Die Mecklenburger rechnen im Fall eines Abbruchs neben den wegfallenden Einnahmen aus der Zentralvermarktung in Höhe von 300 000 Euro auch mit Regressansprüchen von Werbepartnern der „Kogge“. Auch ist das Aussetzen von Pacht für das Ostseestadion keine Option um Kosten zu sparen, da der Verein selbst Eigentümer der Arena ist.

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