Eine Saison ganz ohne Zuschauer? | Neue Braunschweiger
18. April 2020
Sport

Eine Saison ganz ohne Zuschauer?

Basketball-Bundesliga: Wirtschaftliche Planungen schließen auch Worst-Case-Szenarien ein

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Dicht nebeneinander sitzend verfolgen Basketball-Fans in der VW-Halle den Wurf von Löwen-Forward Karim Jallow. SoulClap Mediaoh

Braunschweig. Eigentlich würden die Löwen-Basketballer morgen den Bundesligisten aus Bayreuth empfangen. Doch wann der Ball wieder in den Korb fliegt, weiß wegen der Corona-Pandemie niemand. In der Talkrunde „Live new Life“, die Mitte der Woche aus der Stadthalle übertragen wurde, gewährte Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt neue Einblicke in die Situation bei dem Erstligisten.

Öffentliche Mittel wie Kurzarbeitergeld oder staatliche Soforthilfen hätten die Löwen noch nicht bekommen, erklärte Schmidt: „Das klingt in der Theorie alles gut. Aber wir haben bis jetzt noch kein Geld erhalten. Das soll gar kein direkter Vorwurf sein, denn das ist ja eine Situation, die es so noch nie gab. Aber man muss natürlich schon schauen, dass man die Betriebe am Leben erhält und für die Liquidität sorgt.“ Schmidt hatte jüngst in der Braunschweiger Zeitung geäußert, für Profis und Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt zu haben oder beantragen zu wollen.

Während die Kostenstelle Spielergehälter also wohl abgefedert werden kann, bleibt ein Defizit bei den Zuschauereinnahmen. Die sieben Heimspiele, die den Löwen in dieser Saison noch fehlen, könnten nur als Geisterspiele ausgetragen werden – womöglich an drei neutralen Orten, wie Liga-Boss Stefan Holz jüngst andeutete. Dem Gesamtbudget der Löwen von 4,2 Millionen Euro würden rund 360 000 Euro an fehlenden Ticketerlösen wegbrechen, überschlug Schmidt.

Doch der Blick richtet sich auch schon auf die kommende Spielzeit. In einer großen Arena wie der VW-Halle könnte man „eventuell durchaus mit großen Sitzabständen Menschen zulassen“, glaubt Schmidt. Darüber hinaus gebe es aber sogar Kalkulationen, „wie man eine Bundesliga-Saison aufstellt ohne Erlöse bei den Zuschauereinnahmen“.

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