„Eine sensationelle Sache“ | Neue Braunschweiger
17. Januar 2019
Politisches

„Eine sensationelle Sache“

Großinvestition: Braunschweig steigt aus der Kohlenutzung aus

Das Heizkraftwerk Mitte hat großen Sanierungsbedarf. Die Stadt will aus der Kohlenutzung aussteigen. Foto: BS-Energy

Mit Investitionen von 220 Millionen Euro soll in den nächsten Jahren die Strom- und Fernwärmeerzeugung in Braunschweig auf neue Füße gestellt werden. Es geht um nicht weniger als den Ausstieg aus der Kohlenutzung. „Für die Stadt eine sensationelle Sache“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Und auch für ihn persönlich ein Projekt von herausragender Bedeutung.

Kraftwerk hat ausgedient

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die anderen Gesellschafter von BS-Energy – Veolia und seit kurzer Zeit die Thüga AG – einen solchen Weg mitgehen. Markurth als Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender hat Überzeugungsarbeit geleistet. Der Zeitpunkt war gerade günstig, das Kohlekraftwerk ist marode, müsste ohnehin saniert werden.
Statt weiter Steinkohle um die halbe Welt nach Braunschweig zu transportieren, soll es nun die Kopplung von Holz und Gas als Energieträger bringen. Das Altholz muss zwar auch per Lkw angeliefert werden, unter dem Strich sei die Ökobilanz aber deutlich besser als weiterhin auf Kohle zu setzen.

Eine Lösung, so Markurth, die ökologisch und wirtschaftlich überzeugt. Weder Veolia noch die Thüga wollten sich auf Abenteuer einlassen. Beide rechneten ganz genau nach, mit dem gleichen Ergebnis: Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen sprechen für das jetzt gefundene Modell. Ein langer Abwägungsprozess war vorausgegangen. Die Abwärme der Stahlproduktion in Salzgitter als Fernwärme zu nutzen, wäre ebenfalls eine reizvolle Lösung gewesen, aber es stellte sich schnell heraus, dass niemand die Durchleitungsrechte oder gar Flächen für die Leitungen verkaufen wird.

Zwei neue Bauten

Weil auf dem Gelände des Heizkraftwerkes Mitte an der Hamburger Straße die Fernwärmeanschlüsse zusammenlaufen, sollen dort ein zweites Gasturbinen Heizkraftwerkes sowie das Biomassekraftwerk für Altholz gebaut werden. Markurth vergibt noch einen Seitenhieb: Nein, die Ahornbäume aus der Jasperallee sollen dort nicht verfeuert werden.

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