„Einfach mal hinschauen“

Dom zeigt bis Ende Februar die Stadt aus Sicht von Obdachlosen

Wollen die Dombesucher für die Lage der Obdachlosen sensibilisieren (v.l.): der Fotograf Klaus G. Kohn, Rüdiger Meißner, Angelika Weißguß, Maik Gildner (Geschäftsführer der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten) und Nils Brückner.  Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. 450 Menschen in Braunschweig sind offiziell ohne festen Wohnsitz. Doch obwohl ihr Leben praktisch komplett in der Öffentlichkeit stattfindet, wissen nur die wenigstens wirklich etwas über die Schicksale, den Alltag „auf der Platte“.

Die Ausstellung „Wohnungslos – Leben in Braunschweig“ will das ändern. Bis Ende Februar ist sie im Dom zu sehen. 126 Fotos zeigen die Stadt aus Sicht von Obdachlosen: Parks, Wohnheime, Fußgängerzonen.
Nils Brückner hielt zum Beispiel den Tagesablauf auf der Straße fest – so wie er ihn selbst acht Jahre lang erlebt hat. „Keiner landet freiwillig dort“, betont Brückner und hofft, dass die Leute durch die Austellung „einfach mal genauer hinschauen.“ Rüdiger Meißner fotografierte dagegen die Parks, die für ihn Wohn- und Schlafzimmer waren. Gemeinsam mit vier weiteren Amateurfotografen und einer Gruppe von Obdachlosen wurden sie von dem Profi Klaus G. Kohn an das Thema Fotografie herangeführt. „Die Ausstellung kommt zum richtigen Zeitpunkt: Wenn es draußen kalt ist, lässt sich leichter nachempfinden, was es heißt, den ganzen Tag lang auf der Straße zu leben“, betont Dompredigerin Cornelia Götz.

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