„Einmal gurgeln, bitte“ | Neue Braunschweiger
23. September 2020
Gesundheit

„Einmal gurgeln, bitte“

Hilfsorganisationen unterstützen Gesundheitsamt mit weiterem Abstrichcontainer

Seit rund zwei Wochen betreiben die vier Hilfsdienste einen Abstrichcontainer am Gesundheitsamt. Der Test erfolgt mit einer Gurgellösung wie (v. l.) Monika Bührich (stellvertretende Vorsitzende ASB) sowie Dirk Jodat und Kevin Kulik (beides Rettungssanitäter beim ASB) demonstrieren.   Foto: Birgit Wiefel

Nordstadt. Dr. Christine Arbogast will die Lage nicht dramatisieren. Ja, die Corona-Fallzahlen steigen, beobachtet Braunschweigs Sozialdezernentin. „Aber was Braunschweig betrifft, bin ich weiter vorsichtig zuversichtlich“, sagte sie in der vergangenen Woche.

Bei Bedarf muss trotzdem schnell gehandelt werden wie die jüngsten Fälle an zwei Schulen zeigen. Vier Hilfsorganisationen betreiben deshalb seit Kurzem einen eigenen Abstrichcontainer an der Hamburger Straße. Werden die Testkapazitäten bei der Kassenärztlichen Vereinigung überschritten, springen die ehrenamtlichen Mitarbeiter von ASB, Deutschem Roten Kreuz, Maltesern und Johannitern hinzu. „Fantastisch wie schnell und unkompliziert die Zusammenarbeit auf die Beine gestellt wurde“, freute sich Iris Taddeo-Weiß, Verwaltungsleiterin im Gesundheitsamt. Das arbeitet eng mit den Hilfsorganisationen zusammen und auf dessen Gelände steht auch der Container.

Nur mit Termin

Seit rund zwei Wochen ist die Abstrichstelle jetzt in Betrieb. Getestet werden direkte Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten oder – etwa bei einem größeren Ausbruch in einer Schule, einem Seniorenheim oder einer Firma – Schüler, Lehrer, Pflegekräfte, Bewohner und Angestellte. „In jedem Fall vergeben wir vorher einen Termin“, warnt Iris Taddeo-Weiß vor überstürztem Aktionismus. Einfach hinfahren und sich testen lassen – das ginge nicht.
Im Unterschied zu dem üblichen Stäbchenabstrich benutzen die vier Organisationen eine wesentlich angenehmere Methode – eine Gurgellösung. „Fünf Sekunden sollte die im Mund behalten und möglichst gründlich – das heißt möglichst weit hinten im Rachen – gegurgelt werden“, erklärt Marvin Schmidt vom ASB. Warum es in Braunschweig diese Alternative gibt? Ganz einfach: „Weil wir hier ein Labor haben, das den Gurgeltest auswerten kann“, erklärt Schmidt.
Besetzt ist der Container von Montag- bis Freitagnachmittag mit jeweils drei Ehrenamtlichen, der Test dauert wenige Minuten, das Ergebnis läge ein bis maximal zwei Tage später vor, sagt Taddeo-Weiß. „Eine solche Zusammenarbeit der vier Hilfsdienste hat es vorher noch nicht gegeben“, ist Marvin Schmidt stolz auf die Truppe.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung der Corona-Pandemie in Braunschweig und bei möglichen Verdachtsfällen gibt es auf der Internetseite der Stadt Braunschweig unter www.braunschweig.de.

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