„Wir können inhaltlich gut trainieren“ | Neue Braunschweiger
2. Mai 2020
Sport

„Wir können inhaltlich gut trainieren“

Eintracht arbeitet mit Trainer Marco Antwerpen in Kleingruppen und hofft auf baldigen Start der Restsaison

Marco Antwerpen. Foto: imago

Braunschweig. Nach Wochen der Unsicherheit stehen die Löwen in den Startlöchern für eine Fortsetzung der Restsaison, die für Mitte Mai vorgesehen ist. Sollte die Politik den Plan des DFB absegnen, würde die Löwen ein Mammutprogramm mit mindestens elf Spielen in nur sechs Wochen erwarten. Immerhin kann das Team von Marco Antwerpen seit über einer Woche wieder gemeinsam auf dem Platz arbeiten.

„Zweikämpfe sind aufgrund des Kontaktverbots nicht möglich“, erklärt der Eintracht-Coach, der sich zufrieden über die Tatsache zeigt, dass zuletzt auch die Torleute in die Gruppen integriert werden konnten „Wir können nun auch Torschüsse üben und so bestimmte Abläufe herstellen, ansonsten stehen Passspiel, Dribbling und koordinatives Arbeiten im Vordergrund“, so der 49-Jährige. Dennoch bezeichnet er die Arbeit als „herausfordernd“, da ein Übungsbetrieb für die Spieler ohne ein Startdatum im Hinterkopf nicht die einfachste Trainingssituation darstelle. „Die Spieler brauchen Tag X als Ziel, solange es diesen Tag nicht gibt, gilt es jeden Tag so zu arbeiten, dass wir anschließend mit dem Training zufrieden sein können“, so Antwerpen, der mit der Situation den Umständen entsprechend dennoch zufrieden ist: „Inhaltlich können wir gut trainieren, das Auswerten von Lauf- und Fitnessdaten erlaubt uns außerdem eine gezielte Trainingssteuerung.“ Klar ist, dass auf alle Mannschaften ein Härtetest wartet, da die verbleibenden elf Spieltage plus eventuelle Relegation in nur sechs Wochen absolviert werden müssen, was durchgehend „englische Wochen“, bedeutet. Der mit 29 Akteuren verhältnismäßig große Kader dürfte Eintracht dabei enorm helfen, weil Sperren und Verletzungen besser kompensiert werden können als bei manchem Konkurrenten. „Grundsätzlich kann das von Vorteil sein, letztlich müssen die Spieler aber auch gute Leistungen zeigen“, ist Antwerpen in dieser Hinsicht jedoch vorsichtig. Kritisch sieht der 49-Jährige die Situation im Hinblick auf die unterschiedlichen Bedingungen unter denen sich die Drittligisten aktuell vorbereiten können: „Duisburg ist uns zwei Wochen voraus, das können wir vielleicht noch ausgleichen. Ich bin aber bei jedem Trainer, der mangelnde Chancengleichheit beklagt, weil er mit seiner Mannschaft erst Anfang Mai ins Training einsteigen können wird.“

Von der langen Pause profitiert haben Stephan Fürstner und Bernd Nehrig, die bei normalem Saisonverlauf wohl noch mehrere Spiele gefehlt hätten. Nun konnten sich die Routiniers wieder herankämpfen, was insbesondere für den häufig angeschlagenen Nehrig wichtig gewesen sei: „Ihm hat die Pause gut getan, weil er sich in der Hinrunde von Verletzung zu Verletzung geschleppt hat. Nun zeigt er sich in einem sehr guten körperlichen Zustand, was für ihn ein befreiendes Gefühl ist.“

Angeschlagen ist bei den Löwen aktuell nur Mike Feigenspan, der wegen einer Sehnenreizung im Fuß kürzer treten muss.
Sollte es demnächst weitergehen, will der Coach vor allem mehr Konstanz auf dem Platz sehen. Den überzeugenden Heimspielen gegen Kaiserslautern und Uerdingen waren jeweils schwache Auswärtsauftritte in Würzburg und Rostock nachgefolgt. „Da hätten wir uns mehr erhofft“, so der 49-Jährige der seine Spieler nun in der Pflicht sieht: „Wir starten neu und haben viele Spiele, sodass jeder die Möglichkeit bekommen kann, sich zu beweisen.“

Für den Fall des Neustarts würde er sich außerdem wünschen, dass medial nicht ausschließlich finanzielle Dinge in den Vordergrund gerückt werden: „Es ist ja auch unser Beruf, dem wir wie alle anderen gerne wieder nachgehen würden. Die dritte Liga ist sicher keine Spielklasse, in der die Spieler mit Millionen nach Hause gehen.“ Er selbst möchte sich angesichts seines am Saisonende auslaufenden Kontrakts für eine Weiterbeschäftigung empfehlen. Dass dies möglicherweise nur mit dem Sprung in die zweite Liga verbunden wäre, sorgt bei ihm jedoch keinesfalls für Verunsicherung: „Jeder Trainer, der bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag ist, weiß, dass er Ergebnisse liefern muss, dem stelle ich mich.“

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