24. April 2021
Sport

„Hoffe, den Jungs helfen zu können“

Eintracht-Routinier Kessel zuletzt mit mehr Einsatzzeit - Gemische Gefühle wegen Quarantäne

Benjamin Kessel. Foto: Susanne Hübner/imago

Braunschweig. Zum dritten Mal in Folge geht Benjamin Kessel mit den Löwen in ein spannendes Saisonfinish. Nach Klassenerhalt und Aufstieg in die zweite Liga will der Routinier in den verbleibenden Spieltagen mithelfen, seiner Mannschaft zum Ligaverbleib zu verhelfen.

„Kurz vor Saisonende alles in der eigenen Hand zu haben, hätte zur Winterpause jeder von uns unterschrieben“, erklärt der 33-Jährige in Bezug auf die Ausgangsposition seiner Mannschaft, die in den vergangenen Wochen wertvollen Boden im Abstiegskampf gutgemacht hat und mit dem 4:0-Erfolg in Osnabrück auch endlich den erhofften Befreiungsschlag in der Fremde landen konnte. „Wir wissen, dass wir noch punkten müssen. Insgesamt bin ich jedoch sehr optimistisch, dass wir die Klasse halten, ohne schauen zu müssen wie die Konkurrenz spielt“, so der Rechtsverteidiger, der gestern mit den Blau-Gelben im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue antreten musste, das bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war.

Als „verlorener Sohn“ war er im Januar 2019 nach dreieinhalbjähriger Abwesenheit und den Stationen Union Berlin, Kaiserslautern und Saarbrücken an die Hamburger Straße zurückgekehrt und hatte eine tragende Rolle bei der Aufholjagd und dem Last-Minute-Klassenerhalt gegen Energie Cottbus gespielt. Auch in der abgelaufenen Saison gehörte er zu den Leistungsträgern im blau-gelben Trikot und konnte am Ende der Saison seinen dritten Aufstieg mit den Löwen feiern. In der aktuellen Saison läuft es hingegen weniger gut, was auch mit einer langwierigen Schulterverletzung zu tun hat, die sich der Routinier beim 2:1-Heimerfolg gegen den FC St. Pauli im vergangenen Dezember zugezogen hatte. Nach längerer Wartezeit hat der gebürtige Pfälzer zuletzt wieder vermehrt Einsatzzeiten verbuchen können und will seiner persönlichen Saisonbilanz noch weitere Spielminuten hinzufügen: „Ich hoffe, dass ich den Jungs im Endspurt helfen kann, die Klasse zu halten. Es bringt auch nichts darüber zu grübeln, was gewesen wäre wenn; ich bin einfach froh wieder fit zu sein.“

Für die letzten Partien der aktuellen Spielzeit setzt Kessel vor allem auf die guten Nerven seiner Mannschaft im Abstiegskampf: „Nach Rückschlägen waren wir immer da und haben eine Reaktion gezeigt.“ Außerdem seien die Löwen mittlerweile besser besetzt: „Wir haben vorne Leute die auch mal ein Spiel entscheiden können und auch Spieler, die Impulse setzen, wenn sie von der Bank kommen.“

Vor wenigen Wochen konnte sich der zweifache Vater mit seiner Frau Sarah über die Geburt der gemeinsamen Tochter freuen. Das nun von der DFL festgelegte Quarantäne-Trainingslager, das alle Mannschaften in den letzten beiden Wochen der aktuellen Spielzeit absolvieren müssen, ruft bei ihm deshalb gemischte Gefühle hervor: „Es hat Vor- und Nachteile. Sicher ist es gut, abgeschottet zu sein, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Trotzdem ist es als zweifacher Vater nicht einfach, zwei Wochen von seiner Familie getrennt zu sein.“

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