"Eintracht gehört mindestens in die zweite Liga" | Neue Braunschweiger
15. Juli 2020
Sport

„Eintracht gehört mindestens in die zweite Liga“

Daniel Meyer neuer Eintracht-Trainer

Daniel Meyer. Foto: imago/Hübner

Nach der Trennung von Aufstiegs-Trainer Marco Antwerpen hat Eintracht Braunschweig am Freitag dessen Nachfolger vorgestellt. Daniel Meyer wird den Zweitligisten in die kommende Saison führen. Der 40-jährige Fußballlehrer unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022. Meyer trainierte zuletzt Erzgebirge Aue.

„Wir freuen uns, dass wir Daniel Meyer als neuen Chef-Trainer gewinnen konnten. Er hat ein überzeugendes Konzept vorgelegt und hat mit dem FC Erzgebirge Aue bereits Erfahrungen in der 2. Bundesliga gesammelt“, erklärte Sportdirektor Peter Vollmann. Auch erste Spieler wurden verpflichtet.

„Braunschweig gehört mindestens in die zweite Liga. Wir wollen uns dort stabilisieren und versuchen eine Philosophie zu entwickeln, die uns über einen längeren Zeitraum trägt, wie es in der Lieberknecht-Ära schon einmal der Fall war“, erklärt der neue Coach bei seiner Vorstellung.

Vor allem die Nachwuchsarbeit soll wieder einen ähnlichen Stellenwert wie vor dem Abstieg in die dritte Liga bekommen. „Wir wollen versuchen, junge Spieler zu entwickeln“, macht der 40-Jährige klar und bezeichnet diese als „größtes Kapital eines Vereins.“ Nicht entgangen ist ihm außerdem, dass die durch den Abstieg verursachten Sparzwänge dazu geführt haben, dass sich im U23-Segment „nicht so viele U23 Spieler wie man das gerne hätte“ befänden. Dazu müsste die eigene zweite Mannschaft, aktuell in der sechstklassigen Landesliga angesiedelt, in der kommenden Spielzeit wohl wieder einen Anlauf in Richtung Oberliga nehmen, um für Talente attraktiver zu sein.

Jannis Nikolaou.

Zuallererst soll jedoch der aktuelle Kader zweitligatauglicher werden. Als erstes wurde Jannis Nikolaou von Dynamo Dresden verpflichtet. Der 26-Jährige, der sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld agieren kann, absolvierte in den vergangenen beiden Spielzeiten 58 Zweitligaspiele (vier Tore) für die Sachsen. Davor stand der beim 1. FC Köln ausgebildete Defensivmann unter anderem bei Kickers Würzburg und Rot-Weiss Erfurt unter Vertrag. „Jannis Nikolaou ist ein absoluter Wunschspieler von Daniel Meyer. Mit ihm konnten wir einen Defensivallrounder verpflichten, der über große Fähigkeiten im Aufbauspiel verfügt und eine führende Rolle in unserer Mannschaft in der 2. Bundesliga übernehmen soll“, erläutert Sportdirektor Peter Vollmann. Auch Michael Schultz (Waldhof Mannheim) ist im Anflug auf die Löwenstadt. Der 27-jährige Innenverteidiger absolvierte in der abgelaufenen Spielzeit 35 Spiele (vier Tore) für Mannheim und wurde davor beim 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC ausgebildet.

Michael Schultz.

„Michael ist mit seinen 1,94 Metern ein extrem großer Spieler, der in der Luft und am Boden seine Qualitäten hat. Damit passt er perfekt in unser Anforderungsprofil. Er ist ein Spieler, den wir lange beobachtet haben und um den wir ein Stück weit kämpfen mussten, da er auch andere Angebote aus der 2. Bundesliga hatte. Am Ende hat er sich für uns entschieden, was uns natürlich sehr freut. Zudem ist Michael im besten Fußballeralter, er hat schon viel Erfahrung gesammelt und wir denken, dass er den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen kann“, erläutert Sportdirektor Peter Vollmann.

Zur weiteren Kaderplanung sagt Trainer Meyer: „Es kann durchaus sein, dass Spieler, die in der dritten Liga keine große Rolle gespielt haben, in einer anderen Liga und Systematik besser dazu passen, genauso auch umgekehrt.“ Überraschungen in dem bis Anfang Oktober dauernden Transferfenster sind also wahrscheinlich.

Offen ist, ob Robin Becker, Steffen Nkansah und Klublegende Marc Pfitzner künftig zum Aufgebot zählen werden. „Es ist unabhängig vom Leistungsvermögen der einzelnen Spieler unglücklich, dass Verträge auslaufen, weil wir natürlich auch Kaderplätze brauchen um Spieler zu holen. Deshalb müssen wir die Dinge gegeneinander abwägen“, erklärt Meyer, der außerdem noch einen Trainerstab zusammenstellen muss.

Hängt Pfitzner kein weiteres Jahr als Spieler dran, könnte sich so eine andere Perspektive bei den Löwen eröffnen: „Ich habe ein paar Kandidaten im Kopf, auch der Club hat die ein oder andere Idee“, so der 40-Jährige, der Wert auf eine hohe Qualität im Trainerstab legt: „Ich habe keinen klassischen Hütchenaufsteller, sie sollen Themengebiete eigenverantwortlich entwickeln.“

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