Eintracht gibt Sieg aus der Hand

Fußball: 2:3-Niederlage in Dresden – Tore von Hernandez und Kumbela reichen nicht.

Bitterer Abend: Jasmin Fejzic kassierte drei Gegentore. Foto (Archiv): SH

Von Elmar von Cramon, 28.10.2016.

Braunschweig. Mit 2:3 (1:0) verloren Eintrachts Zweitliga-Fußballer Freitagabend vor 29 097 Zuschauern bei Dynamo Dresden. Nach Treffern durch Onel Hernandez (9.) und Domi Kumbela (52.) sahen die Löwen Mitte der zweiten Hälfte bereits wie der sichere Sieger aus. Nach weiteren vergebenen Chancen zur endgültigen Vorentscheidung entriss Stefan Kutschke den Löwen die sicher geglaubten drei Punkte mit einem lupenreinen Hattrick in nur zwölf Minuten (69./74./81.). Während Eintracht unangefochtener Spitzenreiter bleibt, rücken die Sachsen durch den Erfolg auf einen einstelligen Tabellenplatz vor.

Aufgrund der Verkehrslage hatten viele der Eintracht-Fans das Stadion erst mit Verspätung erreicht, sodass Schiedsrichter Daniel Siebert die Partie erst eine Viertelstunde später anpfeifen konnte. Den Blau-Gelben schien die unerwartete Verzögerung nichts auszumachen, nach kurzer Abtastphase beider Teams gingen sie in Führung: Patrick Schönfelds Distanzversuch fälschte Kumbela gegen die Latte ab und den Abpraller versenkte Hernandez reaktionsschnell per Kopf.
Dynamo saß der Schock über den frühen Rückstand zwar in den Gliedern, dennoch dauerte es nicht lange, bis die Gastgeber selbst zu Torchancen kamen. Während Akaki Gogia aus der Distanz noch deutlich verzog (17.), wurde es kurz darauf schon enger: Niklas Hauptmann drang nach schönem Solo und Doppelpass mit Marvin Stefaniak in den Strafraum ein und zielte knapp am Eintracht-Tor vorbei (20.). Wenig später wurde auch Jasmin Fejzic zum ersten Mal ernsthaft geprüft, meisterte den Abschluss von SGD-Kapitän Marco Hartmann aber sicher (28.). Die Braunschweiger machten hinten konsequent dicht, sodass es den Gastgebern schwerfiel, die Lücke zu finden. Ein Distanzversuch von Andreas Lambertz war eine der wenigen Aktionen in Richtung des Löwen-Gehäuses vor der Pause (37.).
Nach dem Wechsel legte Eintracht einen Blitzstart hin: Schönfeld eroberte den Ball im Mittelfeld, bediente den rechts außen mitgelaufenen Kumbela, der im Strafraum aus halbrechter Position ins linke untere Eck traf. Im Anschluss setzten sich die Sachsen zwar kurzzeitig im Braunschweiger Strafraum fest, kamen aber nicht zu klaren Abschlüssen. Auf der Gegenseite hatte Hernandez gleich zweimal die Gelegenheit zur endgültigen Vorentscheidung, doch zunächst war Keeper Marvin Schwäbe auf dem Posten (65.), anschließend flog der Kopfball des 23-Jährgen über den Kasten (66.).
Wie aus dem Nichts fiel dann aber der Anschlusstreffer: Einen langen Ball köpfte Saulo Decarli aus dem Strafraum, Nils Teixeira brachte die Kugel jedoch zurück in die Gefahrenzone und Stefan Kutschke brachte sie flach im Tor unter. Kurz darauf fiel dann sogar der Ausgleich: Nach einer Ecke landete der Klärungsversuch von Fejzic im Gewühl zuerst bei Giuliano Modica und anschließend bei Kutschke, der den Ball über die Linie drücken konnte.
Mit einer Glanzparade vereitelte der Eintracht-Keeper dann jedoch die Führung der Hausherren, als er den Schuss des vollkommen frei vor ihm auftauchenden Pascal Testroet aus kurzer Distanz abwehren konnte (77.).
Auch Schwäbe zeichnete sich auf der Gegenseite aus, als er gegen Hernandez einen weiteren Eintracht-Treffer verhinderte (79.). Schließlich hatten die Hausherren das bessere Ende aber doch für sich: Gogia bediente Testroet auf dem linken Flügel, dessen Hereingabe verwertete abermals Kutschke in zentraler Position und brachte das DDV-Stadion endgültig zum Überkochen. Mit der Brechstange und langen Bällen versuchten die Löwen wenigstens einen Zähler zu retten, mussten sich den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern am Ende jedoch geschlagen geben.
Mannschaft: Fejzic – Reichel, Valsvik, Decarli, Correia – Schönfeld, Boland (85. Hochscheidt) – Khelifi (60. Zuck), Omladic – Hernandez, Kumbela.

^