Eintracht, Merkel, Bratwurst und Bier

Ein erster Blick auf die Schoduvel-Wagen

Sven Rosenbaum, Andreas Trommer, Torsten Koch, Maskottchen Leo (Hans Georg Tallig) und Anna Krause. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Der Wagen, der unter dem Titel „Geisterbahn“  die Unzulänglichkeiten beim Bahnfahren thematisiert, hat gestern im Schoduvel-Zentrum seinem Namen alle Ehre gemacht: Zugmarschall Gerhard Baller und Gefolge waren tags zuvor traditionell  zur Prunksitzung nach Köln gefahren und saßen auf dem Rückweg in einer sprichwörtlichen Geisterbahn: „Vier Stunden Verspätung“, ächzte der Zugmarschall, der gerade so noch rechtzeitig die Wagenpräsentation in Kralenriede eröffnen konnte.

Stolz präsentierte Baller den Gästen die neu gebaute Wagenhalle: „Jetzt haben wir richtig Luft“, freute er sich und zeigte mit einer stolzen Handbewegung auf die Motivwagen, die hübsch aufgereiht nebeneinander auf ihren Einsatz beim Schoduvel am 3. März warten. „Alles nur möglich durch die Unterstützung von Sponsoren“, sagte Gerhard Baller .

Deshalb lädt das Komitee Braunschweiger Karneval jedes Jahr Unterstützer und Aktive des Karnevals zum Grillen nach Kralenriede ein. Zuerst der Rundgang zu den neuen Motivwagen, dann ordentlich Bratwurst, Kartoffelsalat und Wolters.

Sponsor des Jahres wurden in diesem Jahr Sonja und Florian Belter. Ihre Kosmetikfirma feiert 40. Geburtstag, Grund genug für das Unternehmerpaar, einen eigenen Wagen in Auftrag zu geben. „Großen Dank an Konrad Körner, der unsere Idee so wundervoll umgesetzt hat“, lobte Florian Belter den fertigen Wagen unter dem Motto „40 Jahre Schönheit in Braunschweig“.  Als kleine Figur hat der Künstler ein „hässliches Entlein“ vorn drapiert, dahinter blüht ein traumschöner Schwan auf. „Genauso haben wir uns das gewünscht“, freute sich Sonja Belter.

Viel Anerkennung bekam Konrad Körner auch für seinen Wagen „Große Koalition“. Angeführt von Kanzlerin Merkel tanzen Horst Seehofer und Andrea Nahles als Skelette einen Totentanz.

Die Auszeichnung für den künstlerisch besten Wagen bekam Torsten Koch. Unter anderem hat er einen Traum von einem Eintrachtwagen gebaut. „Torsten, du hast dich selber übertroffen“, gab es ein dickes Lob vom Zugmarschall und auch die anderen Besucher staunten nicht schlecht.

„Ich hatte die Idee schon lange, habe das gleich nach dem Karneval im vergangenen Jahr dem Komitee vorgeschlagen, und auch den Auftrag bekommen. Damals ahnte ich allerdings nicht, wie sich die sportliche Lage der Eintracht verändert“,  sagt der Künstler und grinst. „Aber mit diesem Wagen muss es einfach klappen mit dem Klassenerhalt“, ist er sicher. Da die Fußballer am Schoduvel-Sonntag in Jena spielen, musste eine „Ersatzmannschaft“ für den Wagen her. „Und das übernehmen wir sehr gern“, sagt Anna Krause, die Kapitänin der Hallen-Hockey-Damen. „Damit haben wir auf jeden Fall eine erfolgreiche Mannschaft auf dem Wagen“, unkte ein Besucher.

Wieder dabei und noch etwas weiter entwickelt ist auch der Wagen „Integration“, den der Künstler Mathias Rosenbusch mit und für die Stiftung Neuerkerode gebaut hat. „Drei spannende Workshops zum Thema Glück haben wir gemacht“, erzählt Rosenbusch, „die Ideen und Vorschläge der Bewohner aus Neuerkerode sind an dem Wagen zu sehen.“ Und nicht nur das. „Beim Umzug werden Postkarten mit Fragen zum Thema Glück vom Wagen geworfen, die Besucher sollen sie aufheben, ausfüllen und zurückschicken“, sagt Unternehmenssprecherin Miriam Herzberg.

 

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