Eintracht-Spieler verzichten auf Gehalt | Neue Braunschweiger
20. März 2020
Sport

Eintracht-Spieler verzichten auf Gehalt

Kurzarbeit angemeldet – Geschäftsführer Benz: „Wichtiges Zeichen“ – Individualprogramm bis zur Saisonfortsetzung

Bernd Nehrig. Foto: Susanne Hübner/imago images

Braunschweig. Nachdem die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Dritten Liga für den 30. April anvisiert worden ist, hat Drittligist Eintracht auf die Situation reagiert und den Trainingsbetrieb bis zum 19. April ausgesetzt. Außerdem wurde bei den Blau-Gelben Kurzarbeit eingeführt, was mit einem Gehaltsverzicht von Profis, Trainern und Mitarbeitern einhergeht.

„Das war ein wichtiger und lebensnotwendiger Schritt für die Zukunft des Vereins und ist gar nicht hoch genug anzurechnen. Jeder Einzelne hat die Situation sofort erkannt und war bereit, zu unterstützen. Das ist natürlich auch nach außen ein ganz wichtiges Zeichen“, freut sich Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz über das Entgegenkommen aller Spieler, Trainer und Angestellten und hob vor allem letztere hervor: „Auch unserem Team in der Geschäftsstelle und im Nachwuchsleistungszentrum gilt ein ganz großer Dank. Nach der schweren Phase, die wir im vergangenen Jahr durchgemacht haben, ist dieser nochmalige Einschnitt nicht selbstverständlich. Man spürt, dass bei allen eine große Identifikation mit der Eintracht und großes Verständnis für die besondere Situation, in der sich der Verein durch Corona wirtschaftlich befindet, herrscht.“

Auch Benz wird ebenso wie Sportdirektor Peter Vollmann auf Teile seines Gehalts verzichten, was auch für die Blau-Gelben Profis eine Selbstverständlichkeit war: „Wir alle wissen, was diese Situation für die Eintracht bedeutet. Damit möchten wir ein Zeichen setzen und unseren Beitrag leisten, dass der Verein diese Krise übersteht. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Geschäftsstelle sowie dem NLZ sind wir in den vergangenen 15 Monaten einen weiten Weg gegangen, der uns zusammengeschweißt hat. Für uns stand es außer Frage, dass wir nur gemeinsam hier rauskommen“, erklärt Kapitän Bernd Nehrig, der sich wie seine Teamkollegen mit einem individuellen Trainingsplan fit halten wird.

Zuvor hatten bereits in den ersten beiden Ligen zahlreiche Profis ihre Bereitschaft zu einem Gehaltsverzicht erklärt. Unter anderem kündigte Ex-Eintracht-Torhüter Rafal Gikiewicz von Union Berlin in den sozialen Netzwerken an, auf einen Teil seines Salärs zu verzichten „um meinem Verein zu helfen, diese schwere Zeit zu überstehen.“ Außerdem rief der 32-Jährige dazu auf „die Älteren und Schwächeren“ zu beschützen.

Offen ist derweil, in welchem Modus es bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den ersten drei Ligen weitergeht. Neben englischen Wochen für zwei Monate steht auch ein an den EM-Modus angelehntes Modell im Raum, bei dem an wenigen, regional festgelegten Spielorten mehrere Partien täglich ausgetragen werden. Der Kontakt zu anderen Menschen soll so auf das Nötigste reduziert werden, auch sollen die Teams hierfür komplett in bestimmten Hotels untergebracht werden, um Ansteckungswege zu minimieren. Bis dahin halten sich die Profis mit individuellen Trainingsplänen fit, um für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs vorbereitet zu sein: „Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung, wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die mögliche Verbreitung des Virus, die innerhalb einer Mannschaft natürlich viel wahrscheinlicher ist, unterbinden. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Zudem geht es auch darum, eventuellen Quarantänemaßnahmen und sich daraus ergebenden erheblichen Einschränkungen vorzubeugen“, so Sportdirektor Vollmann.

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