Endlich wieder auf der Bühne | Neue Braunschweiger
11. Juli 2020
Buntes

Endlich wieder auf der Bühne

Die Komödie Am Altstadtmarkt spielt ab 1. August unter freiem Himmel im „Heinrich“

Theater mit Abstand: Sarah Matberg (oben auf dem Bett), Manon Straché und Florian Battermann bei den Proben zum aktuellen Stück „Ich hasse dich – heirate mich“. Foto: Komödie

Innenstadt. Mitten in den Proben. „Endlich“, sagt Florian Battermann. „Wir wollten nicht tatenlos zusehen, wie unsere Komödie den Coronabach runtergeht“, betont er. Und weil es kein Theaterstück gab, das unter die Hygieneregeln passen könnte, hat er kurzerhand selbst eins geschrieben: „Ich hasse dich – heirate mich“ wird am 1. August uraufgeführt.

Im Stadtparkrestaurant „Heinrich“, unter freiem Himmel. Bis zum 20. September soll es 42 Vorstellungen mit je 156 Plätzen geben, buchbar online und an der Komödienkasse. Abendkasse gibt es nicht, um Schlangen zu vermeiden. Die gab es allerdings vor der Komödie. „Unsere Besucher haben uns direkt die Bude eingerannt“, freut sich der Theaterchef. Viele Abende sind schon so gut wie ausverkauft.

Dass er im festen Haus dieses Jahr nochmal spielt, sieht Battermann nicht. „Zu den jetzigen Sicherheitsbedingungen kriegen wir das nicht rentabel hin. Das käme teurer als mit Kurzarbeit bis zum Frühjahr durchzuhalten. Wir haben 17 Jahre lang gespart. Unser Vermieter hat die Miete halbiert, so konnte ich die Mitarbeiter halten. Einige Zuschauer haben sogar Spenden zwischen zehn und 1000 Euro geschickt.“ In „Heinrich“-Wirt Thomas Tägtmeyer hat er sofort einen Partner gefunden, der die Idee begeistert mitträgt und umsetzt. Co-Autor Jan Bodinus, der auch Intendant der Freiluftspiele Neersen ist, setzt auf gutes Wetter: „Wir haben in Neersen noch nie eine Vorstellung absagen müssen.“

Battermann ist zuversichtlich, dass er die Open-Air-Komödie ausverkauft. „Das hilft uns für zwei bis drei Monate.“ Das ist bitter nötig. „Das Neue Theater in Hannover steht vor dem Aus“, klagt er, „in diesem Land musst du Schweinezüchter oder Autobauer sein, um Unterstützung zu bekommen.“ Mit den 15 000 Euro Hilfe für die Freien Theater könne jedenfalls keine Bühne überleben.

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