Endlich wieder warme Küche | Neue Braunschweiger
8. Mai 2020
Wirtschaft

Endlich wieder warme Küche

Dehoga-Bezirksverband begrüßt Lockerungen – Nur in Bars und Kneipen bleibt die Musik aus

Noch türmen sich auf dem Kohlmarkt die Stühle für die Außengastronomie, ab Montag dürfen Cafés wieder öffnen. Foto: Wiefel

Braunschweig. Von anderen Länderchefs gab’s Kritik für Niedersachsens schnellen Weg heraus aus den Corona-Beschränkungen, von der Wirtschaft dagegen Beifall. „Der Stufenplan hat eine Perspektive aufgezeigt, das ist uneingeschränkt zu begrüßen“, sagt auch Mark Alexander Krack, Geschäftsführer des Dehoga-Bezirksverbandes Land Braunschweig- Harz.

In der vergangenen Zeit sei er von vielen Mitgliedern des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes gefragt worden, ob er wisse, wie es weitergeht und musste jedes Mal den Kopf schütteln. „Von Mitte März bis jetzt – das ist schon eine lange Hängepartie“, sagt Krack. Er ist froh, dass sie vorbei ist. Und er weiß von vielen Café- und Restaurantbesitzern, dass sie endlich wieder in die Küche wollen und sich auf ihre Gäste freuen.

Geht die Rechnung auf?

Die Angst im Nacken begleitet sie dennoch. Zwar können Cafés und Restaurants in der nächsten Woche wieder öffnen, aber mindestens jeder zweite Stuhl wird leer bleiben müssen. Abstandsregeln, Hygienekonzepte, Reservierungspflicht – so vieles ist Neuland und noch gibt es keine Antwort auf die bange Frage: Wird sich das alles rechnen? Weniger Gäste, weniger Umsatz, aber größerer Aufwand – manche sind skeptisch, wie diese Rechnung aufgehen soll. Die bislang gewährte Zuschussförderung gilt für drei Monate. Ohne weitere Hilfe vom Staat wird es ab Juni wohl kaum gehen, meint Krack. Im Kleinen hat der Verband seine Mitglieder in der Zwischenzeit so gut es geht unterstützt: „Wir haben unser Mittagessen wechselweise in den Restaurants bestellt.“

Mark-Alexander Krack. Foto: IHK Stade

Während für Cafés, Restaurants und auch für Hotels so etwas wie ein Fahrplan vorliegt, sieht es für Bars, Kneipen und Diskotheken für unbestimmte Zeit düster aus. „Die haben weiterhin den dicken roten Balken“, sagt Krack. Eine Wiedereröffnung ist nach dem aktuellen Stand der Dinge nicht einmal in der fünften Stufe vorgesehen, in der beispielsweise Einzelhandel und Übernachtungstourismus ohne Beschränkungen wieder möglich sein sollen – immer abhängig vom Infektionsgeschehen natürlich. Es gäbe Berechnungen für die Branche, nach denen 30 Prozent der Betriebe nach der Krise nicht wieder öffnen werden. „Wir hoffen, dass es nicht soweit kommt“, sagt Krack. Er habe bislang noch von keinem gehört, dass er den Schlüssel im Schloss für immer herumdrehen will.

Auch die Gäste werden sich an Neues gewöhnen müssen: Mal eben spontan mit Freunden ins nächste Restaurant – das wird allein wegen der Reservierungspflicht schwierig. „So wie wir es kannten, ist es jetzt in Coronazeiten nicht mehr denkbar“, sagt Krack. Aber die Zuversicht überwiegt. Die Gastronomiebranche ist mit knapp 900 Betrieben im Bezirk stark und einfallsreich.

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