11. Juni 2022
Allgemein

Endpunkt ist zugleich Anfangspunkt

An die Eröffnung des Löwenstiegs schließt sich das Verkehrskonzept für das Magniviertel an

Der Löwenstieg ist eröffnet: Bauleiter Frank-Thomas Blume (v. l.), Heike Zander, Jutta Plinke (Bezirksbürgermeisterin Mitte) und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer sowie Dietrich Fürst (Bürgerschaft Magniviertel) durchschnitten am Mittwoch das rote Band.  Foto: Marion Korth

Magniviertel. Am Mittwoch ging es am Löwenwall – auf Höhe des Hauses Nummer zwölf – um mehr als die Eröffnung eines 70 Meter langen Fußweges. Zum einen schließt der Löwenstieg eine Verbindungslücke zwischen eng bebautem Magniviertel und grünem Löwenwall, zum anderen ist der Abschluss dieses Projektes der Anfang eines neuen, viel größeren.

Ein Verkehrs- und Erschließungskonzept soll die Qualitäten des reizvollen Magniviertels voller Fachwerk und Flair, mit Museum und Gastronomie, mit Magnikirche und vielen kleinen Geschäften noch mehr betonen und neue schaffen. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie der Parksuchverkehr vermindert, Stellplätze speziell im Abendbereich an anderer Stelle genutzt werden können, zum Beispiel in der Magni-Tiefgarage. „Wo gibt es noch so einen kleinen Stadtbezirk mit eigener Parkgarage“, griff Dietrich Fürst (Vorsitzender Bürgerschaft Magniviertel) in seinen Dankworten den Faden auf. Noch dazu eines, das den gleichen Namen wie das Viertel trägt.

„Es passiert jetzt so unheimlich viel im Magniviertel“, sagte Bezirksbürgermeisterin Jutta Plinke. Sie freue sich auf Diskussionen und neue Lösungen. Die Zeit dafür ist gerade günstig, sodass die Verwaltung der Politik sogar ein bisschen zuvorgekommen ist, das Magniviertel in die Planungen einzuflechten und im Weiteren städtebaulich aufzuwerten. Ein Magnikirchplatz „ohne Blick auf Blech“ und insgesamt mehr Grün könnten dazugehören.

Der Löwenstieg ist eröffnet: Über diese Stufen geht es vom Klint hinauf zum Löwenwall.  Foto: Marion Korth

Stadt und auch die Bürgerschaft Magniviertel sehen in dem neuen Weg eine städtebauliche Aufwertung. Dabei waren und sind nicht alle vom Löwenstieg begeistert. Es hatte auch eine Klage gegeben. Anwohner, Bürgerschaft, Politik und Verwaltung konnten am Ende dann aber doch den Weg auf den Weg bringen.
Die ersten Pläne dafür gehen bis ins Jahr 1989 zurück, die ersten Überlegungen noch weiter. Die Verbindung war von Anfang an nach dem Zweiten Weltkrieg und seinen Zerstörungen ein Wunschpunkt im Wiederaufbaukonzept der Stadt gewesen.
Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer freute sich deshalb jetzt umso mehr, dass es nun endlich eine Fußwegverbindung zwischen Klint und Löwenwall gibt, zwischen mittelalterlich geprägtem Magniviertel und dem klassizistisch angelegten Oval des Löwenwalls. Argumente wie zu eng, zu steil, zu viele Stufen, lässt Leuer jedenfalls nicht gelten. Er war vor kurzem in Lissabon, die Gassen dort seien wirklich eng und steil, kein Vergleich mit dem Löwenstieg, bemerkte er im Spaß.
Das Schöne: Die Menschen im Magniviertel können jetzt ohne lange Umwege den Löwenwall erreichen.

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