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Erlebnis pur: Mit dem Rad ins Helmstedter Umland

Im Rahmen der Bahnhofstage ging es auf zwei Rädern in die Region – Eine Tour führte durch den Lappwald zum Markgrafschen Hof in Grasleben

Der Bahnhof in Helmstedt könnte Ausgangspunkt vieler spannender Entdeckertouren in den Landkreis werden, in diesem Fall ging es auf eine Radtour nach Grasleben.

Von Erik Beyen, 24.05.2018

Helmstedt/Grasleben. Die Aktionstage im Helmstedter Bahnhof haben eine erste Idee davon vermittelt, was alles möglich wäre, wenn das Bahnhofsgebäude, das der Stadt Helmstedt gehört, zum Dreh- und Angelpunkt für den Tourismus im Landkreis Helmstedt würde. Einen besseren Ort als Ausgangspunkt für Gäste, die auf die verschiedensten Arten den Kreis entdecken wollen, gibt es vermutlich kaum. Eine Möglichkeit sind Radtouren. Wir haben uns einer solchen vom Bahnhof nach Grasleben zum Markgrafschen Hof angeschlossen. Eingeladen hatte Gero Janze, Graslebens Samtgemeindebürgermeister.
Zugegeben: Diese Strecke ließe sich bequem mit dem Bus absolvieren. Einfach am Bahnhof Helmstedt ein- und am Museum in Grasleben aussteigen, Kaffee und Kuchen genießen, Ausstellung ansehen und wieder in den Bus steigen. Gar keine Frage: Möglich ist das, aber ein echtes Erlebnis wird die Tour erst auf zwei Rädern. Ungeübte Radler seien allerdings gewarnt: Die Tour ist nicht ohne.
Der Weg führt vom Bahnhof aus ein Stück durch die Stadt Helmstedt zu den Drillingskiefern jenseits der A 2. Schnell ein paar Fotos geschossen, ein kleines Video gedreht und wieder in die Sättel. Jetzt geht es durch den Lappwald. Über den gäbe es viel zu erzählen, doch das ist eine andere Geschichte, und die hängt in gewisser Weise auch mit dem Ziel der kleinen Gruppe um Gero Janze zusammen, dem Zisterzienserkloster in Mariental, 1138 gegründet, dessen Ländereien zu Hochzeiten von Braunschweig bis nach Jüterbog und Magdeburg reichten. Zum Kloster gehört eine Kirche, eine dreischiffige Pfeilerbasilika. Die Gruppe macht an diesem Tag nur kurz in Mariental Station. Touristen sollten sich mehr Zeit nehmen. Es lohnt sich.

Weiter geht die Fahrt über Mariental-Horst, auch ein geschichtsträchtiger Ort, nach Grasleben zum Markgrafschen Hof. Das Museum mit Trödelstube und Kaffeestube wird von Ehrenamtlichen des Vereins „Der Markgrafsche Hof, Museum Grasleben“ geführt. Aktuell läuft die Ausstellung „Das Versteck“.
Die Radler um Gero Janze bekommen von Heinrich Lohrengel eine Sonderführung. Die Gäste tauchen in die Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ein. Thema Kunst, Beutekunst – ein heißes Eisen, das in Grasleben durchaus Lokalbezug hat, denn im dortigen Salzbergwerk war wertvolle Kunst versteckt worden. Gabriele Lohrengel versorgt die Gäste mit Kaffee und Kuchen, ein rundes Konzept, ideal für den Ausflug am Sonntagnachmittag, und zwar immer zwischen 14.30 und 17 Uhr, den Öffnungszeiten von Museum und Kaffeestube.

Vier Stunden dauert die Tour samt Kaffee- und Museumsbesuch. Die Zeit sollten Familien auf jeden Fall einplanen, lieber etwas mehr, dann lohnt sich der Ausflug so richtig inklusive Geschichtsunterricht zum Anfassen. Das Museum findet man übrigens unter www. museum-grasleben.de .

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