Erst Preiserhöhung, dann keine Marken

NB-Leser ärgerte sich über die Post

Das Porto für Briefe erhöhte sich auf 80 Cent. Foto: Deutsche Post

Braunschweig. Seit 1. Juli muss für Postkarten und Briefe tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Deutsche Post hat das Porto um zehn bis 15 Cent erhöht.

Das Problem: Wer in der vergangenen Woche neue Briefmarken erwerben wollte, wurde in vielen Filialen wieder nach Hause geschickt – es gab keine. So erging es auch NB-Leser Erik Ermel.

Odyssee durch die Stadt

Ermel ist für die Nachbarschaftshilfe in Alt-Lehndorf unterwegs und unterstützt Senioren bei der Korrespondenz.
„Gerade bei amtlichen Schreiben ist es wichtig, dass sie rechtzeitig ankommen“, sagt der Leser.
Doch in der Poststelle in der Celler Straße wurde er nur vertröstet: Keine Briefmarken, keine Zusatzmarken. „Donnerstag“, versprach die Dame hinter dem Schalter, „bekomme ich ganz bestimmt eine Lieferung.“
Aber: Auch am Donnerstag gab es noch keine Marken. Am Ende versuchte es Erik Ermel in der Filiale Goslarsche Straße – und hatte endlich Glück. Ärgerlich findet er er die Odyssee trotzdem, „vor allem vor dem Hintergrund, dass das Porto gleich so stark erhöht wurde.“

Nachfrage deutlich höher

Die NB hat bei der Deutschen Post nachgehakt und wollte wissen: Welche Gründe gab es für die Lieferschwierigkeiten?
„Die Nachfrage war deutlich höher, als wir erwartet hatten“, teilt uns Sprecher Jens-Uwe Hogarth, telefonisch mit. Zum Stichtag seien alle 26 000 Filialen in Deutschland mit Briefmarken versorgt worden.
„Insgesamt haben wir 940 Millionen neue Briefmarken ausgeliefert und diesen logistischen Kraftakt gut bewältigt“, betont Hogarth. Dennoch könne es in dem einen oder anderen Fall noch zu Engpässen kommen. „Wir arbeiten daran und liefern weiterhin laufend an die Filialen aus.“ Hogarth empfiehlt: Wer keine passenden Marken hat, kann sich seine Briefe auch am Schalter frankieren lassen. Das gelte allerdings nur für aufgegebene Sendungen, nicht zum Mitnehmen, so die Post.

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