„Es muss ja weitergehen“ | Neue Braunschweiger
23. Oktober 2020
Wirtschaft

„Es muss ja weitergehen“

Not macht erfinderisch: Betriebsgelände für Gastro umgestaltet

Thomas Bronswyk steht auf seinem Betriebsgelände an der Triftstraße. Als neue Geschäftsidee in Coronazeiten bietet er jetzt hier eine Erlebnisterrasse an. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Rautheim. „Jetzt fange ich noch einmal ganz neu an“, sagt Thomas Bronswyk und schaut über sein riesiges Betriebsgelände an der Triftstraße. Der Schausteller hat sich aus der Corona-Not heraus wieder neu erfunden: Ab dem 23. Oktober bietet er Erlebnisgastronomie auf seiner Saison-Terrasse.

„Wir haben rund 800 Qua-dratmeter unter freiem Himmel“, sagt er, „und einen herrlichen Blick auf den Elm.“ Über den Tischen und Bänken funkeln im Dunkeln Lichterketten, zahlreiche Sitzgelegenheiten sind mit kleinen Holzdächern überdacht, sodass auch Nieselregen oder Schnee kein Problem sind. In kleinen Gruppen kann mit genügend Abstand Platz genommen werden.

Freitags und samstags von 16 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr startet sein neuer „Versuchsballon.“ Bratwurst, Hot Dog, Hamburger und Co. soll es immer geben, dazu spezielle Themengerichte. Jetzt natürlich Halloween. Die Kürbisse sind schon da, die Gespenster hängen an den Balken, eine Karussellbahn wird noch von Planen vor dem Regen geschützt. „Im Zelt haben wir auch Bastel- und Maltische, wir setzen vor allem auf Familien“, erklärt Bronswyk. Aber auch Weihnachts-, Betriebs- oder Familienfeiern richtet er hier gern aus.

„Uns Schausteller hat es hart getroffen“, sagt er, „nach den Weihnachtsmärkten haben wir immer drei Monate Winterpause.“ Und gerade als es im März wieder mit den ersten Volksfesten losging, lief für die Schausteller gar nichts mehr. Im Schnitt bespielt Bronswyk mit seinem Team rund 45 Veranstaltungen im Jahr. „Dieses Jahr gab es fast nichts“, sagt er.

Zum Glück habe die Stadt ihre Schausteller nicht hängen lassen, mit der Kirmes-To-Go nach Pfingsten und dem „Stadtsommervergnügen“ gab es zumindest einen kleinen Ersatz. „Aber danach fehlen uns die Perspektiven“, erklärt Bronswyk, „wird ein Weihnachtsmarkt kommen? Wie wird er aussehen?“
Und egal wie, die Umsätze sind lange nicht so wie vor Corona. „30 Prozent der Menschen gehen nicht unter Leute, gut 30 Prozent wollen oder können das Geld nicht mehr ausgeben für solche Vergnügungen, und dann bleiben nur noch 40 Prozent übrig. Auch vom Umsatz.“

Aber – besser als nichts. „Es muss ja weitergehen“, sagt der Schausteller. Seine Ehefrau Ute hatte die Idee mit der Saisonterrasse und das ganze Team ist jetzt dabei, das Betriebsgelände festlich zu schmücken, zu beleuchten und gemütlich zu dekorieren.

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