Es soll einfach nicht sein

Basketball-Bundesliga: Die Löwen verlieren auch ihr sechstes Heimspiel mit 74:75 gegen Frankfurt.

Von Christoph Matthies, 02.12.2016.

Braunschweig. Nach dem Rückzug von Phoenix Hagen aus der Basketball-Bundesliga müssen die Löwen nur noch ein Team hinter sich lassen, um den angepeilten Klassenerhalt zu schaffen. In der Heimpartie gegen die Skyliners Frankfurt konnten die Braunschweiger, derzeit auf Platz 16, den Rückstand auf die Abstiegsplätze allerdings nicht vergrößern. 75:74 (41:27) hieß es nach einem Herzschlagfinale für die Gäste aus Hessen.

Wird Tommy Klepeisz cool bleiben? Diese Frage stellten sich 2311 Zuschauer in der Volkswagenhalle, als der Österreicher sechs Sekunden vor Spielende an die Freiwurflinie ging. 71:73 stand es da aus Löwen-Sicht, Klepeisz war beim Dreipunktewurf gefoult worden. Da stand er nun, die Führung in den Händen – und blieb cool! Nach seinen drei Treffern lagen die Löwen mit 74:73 in Führung.

Also Auszeit Frankfurt, die sieben Spiele in Folge verloren hatten. Ein einfacher Zweier reicht für die Führung. Und richtig, Quantez Robertson, der Skyliners-Dauerbrenner, der ein ganz starkes Spiel gemacht hat (19 Punkte, 4 Steals), zieht zum Korb. Verlegt den Layup, doch Center Mike Morrison ist da und trifft zum 75:74-Sieg der Gäste. Bei 0,9 verbleibenden Sekunden muss er nicht mal den Bonusfreiwurf treffen. Das Spiel ist aus, erneut haben die Löwen den ersten Heimsieg verpasst.

Dass es überhaupt soweit kam, hatte seine Gründe in der ersten Halbzeit. Mit einer teilweise pomadigen Leistung hatten sich die Löwen ein tiefes Loch gegraben, lagen nach 20 Minuten mit 14 Zählern zurück. Während man dem leidenschaftlich auftretenden Dyshawn Pierre (16 Punkte, 19 Rebounds) und auch „Stretch Four“ Tim Schwartz kämpferisch keinen Vorwurf machen konnte, ließen sich andere scheinbar hängen oder trafen schlichtweg falsche Entscheidungen, die zu katastrophalen Fehlpässen führten.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Löwen-Trainer Frank Menz hatte daran seinen Anteil. „Ich habe die Mannschaft in der Pause bei der Ehre gepackt“, erinnerte sich Menz hinterher, „wir haben in der ersten Halbzeit gespielt wie eine Jugendmannschaft gegen Männer.“

Nach der Kabinenpredigt lief es besser bei den Löwen. Vor allem in der Defensive packten sie besser zu, und auch Aufbauspieler Carlos Medlock drehte richtig auf. 22 seiner 24 Punkte erzielte Medlock in Halbzeit zwei, dazu unterliefen dem Team nur noch vier Ballverluste. Und es holte nach und nach auf.

Durch einen Dreier von Medlock glichen die Löwen acht Minuten vor Schluss erstmals seit der Anfangsphase wieder aus (56:56), zwei Minuten später gelang durch ein „And-1“ von Jannik Freese gar die Führung (61:60). Die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber waren nun voll im Spiel, unterstützt von der Halle blieben sie in Schlagdistanz – bis zu den oben geschilderten, verhängnisvollen Schlusssekunden.

Für die Löwen punkteten: Medlock 24 (5 Assists, 4 Steals), Pierre 16 (19 Rebounds), Schwartz 11, Freese 8, Guyton 5, Groselle 5, Klepeisz 5, Simon, Mpacko.

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