15. Juli 2016
Kulturelles

Faszination des (St)Einschlags

Das Museum für Photographie zeigt Arbeiten aus zwei Zyklen der Künstlerin Regine Petersen.

„Kanwarpura (Leading Face)“ aus der Serie „Find a Fallen Star“ (2015). Fotos: Regine Petersen

Von André Pause, 16.07.2016.

Braunschweig. Mit einem Schwarz-Weiß-Bild, das die US-Amerikanerin Ann E. Hodges in ihrem dachdurchlöcherten Haus im Bundesstaat Alabama zeigt fing alles an: Die Hamburger Fotografie-Künstlerin Regine Petersen (Jahrgang 1976) stolperte im Internet über das Motiv und fing an, zu dem vorausgegangenen Meteoriteneinschlag – dem bislang einzigen, bei dem ein Mensch vom herabfallenden Gestein getroffen wurde – zu forschen.

Daraus ist ein dreiteiliger Zyklus geworden, den das Museum für Photographie Braunschweig in einer ersten musealen Einzelausstellung in Deutschland zeigt: „Find a Fallen Star“. Petersen erzählt exemplarische Geschichten von Meteoriteneinschlägen in Alabama (USA), Ramsdorf (Deutschland) und Kanwarpura (Indien), sprach mit Zeitzeugen und Hinterbliebenen. Die aufwendigen Recherchen der Künstlerin spiegeln sich im nun sichtbaren Ergebnis. Archivfotos, Zeitungsartikel und Gesprächsprotokolle ergänzen die eigenen Arbeiten, komplettieren die drei Narrationen. Dergestalt erfährt der Betrachter nicht nur Einzelheiten zum jeweiligen Meteoriteneinschlag, sondern gleichfalls etwas über die damit verbundenen menschlichen Schicksale sowie die Umgebung, die Welt vor Ort.

Der zweite Teil der Schau bietet erstmalig Einblicke in Regine Petersens neues Projekt „The Gospel of Mark“, das sich mit der Interpretation des Markusevangeliums als Verarbeitung des römisch-jüdischen Krieges von 66 bis 70 nach Christus befasst.

Die dokumentarische Ausstellung „Find a Fallen Star“ ist bis zum 21. August in den Torhäusern des Museums für Photographie an der Helmstedter Straße zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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