Filmfest: Start mit spektakulärem Konzert | Neue Braunschweiger
3. November 2015
Kulturelles

Filmfest: Start mit spektakulärem Konzert

Die Sehnsucht trägt durch diesen Abend: nach Liebe, nach Anerkennung, nach Freiheit. Das Historiendrama des Regisseurs Sönke Wortmann „Die Päpstin“ aus dem Jahr 2009 eröffnete das 29. Filmfest.

Das Staatsorchester unter Leitung von Helmut Inning spielte den Filmsound zu Sönke Wortmanns "Die Päpstin". Foto: T.A.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 04.11.2015.

Braunschweig. Unter der Leitung von Helmut Imig erlebten rund 1000 Gäste einen Festivalauftakt der Extraklasse. Fast schon magisch, wie intensiv und klar das Staatsorchester dem Filmsound einen speziellen „Braunschweig-Klang“ gab.

Die Geschichte von dem Mädchen Johanna, die im 9. Jahrhundert aus einer armseligen Behausung mit einem gewalttätigen Vater entflieht und schließlich als Mann verkleidet den Papstthron besteigt, ist dramatisch. Und traurig. In der Schlussszene stirbt Johanna an einer Fehlgeburt, zeitgleich wird ihr Geliebter gemeuchelt. Der Roman der Amerikanerin Donna Wollfolk Cross war auch in Deutschland ein Bestseller, der Film ein Straßenfeger.

Komponist Marcel Barsotti war für dieses inzwischen 14. Filmkonzert angereist. „Das bedeutet für mich Leben“, sagte er sichtlich berührt, „wenn neben Arbeit, Familie, und was man sonst so zu tun hat, noch große Träume in Erfüllung gehen.“ Dieses Filmkonzert war auf jeden Fall sein Traum (ein ausführliches Interview mit Marcel Barsotti steht auf www.unser38.de).

Dirigent Helmut Imig hatte Barsottis Traum ganz offensichtlich verstanden, er führte das Orchester punktgenau durch diesen Film, kämpfte sich mit Graf Gerold (David Wenham) durch blutige Schlachten, durchlitt und durchliebte in musikalischen Bögen die Höhen und Tiefen mit Johanna (Johanna Wokalek). Alles passte: Film, Musik, Musiker und Chor – oscarreif.

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