28. Oktober 2018
Natur

Fischzählung im Dowesee: Was schwimmt hier herum?

Der Leistungskurs Biologie der IGS Franzsches Feld macht mit einem Biologen Inventur

Gespannt hören Emma, Max und die anderen Schüler Ingo Brümmer zu. Foto: Konrad

Braunschweig. Die richtig dicken Fische sind Ingo Brümmer am Donnerstag nicht ins Netz gegangen. Das war aber auch gar nicht das Ziel des Biologen. Gemeinsam mit Schülern des Leistungskurses Biologie der IGS Franzsches Feld und deren Lehrer Thomas Baptist hatte er den Auftrag, den Fischbestand des Dowesees zu untersuchen – mit durchaus erstaunlichen Ergebnissen.

Was ist drin im Dowesee? Seit mehr als 40 Jahren ist diese Frage unbeantwortet. Der See, der aufgrund seiner geringen Tiefe von circa 1,8 bis zwei Metern eigentlich ein Weiher ist, taucht im Fischartenkataster des Landes Niedersachsen bislang nicht auf. Brümmer und die Schüler wollen das nun ändern. Mit zwei unterschiedlichen Fangmethoden gehen sie auf Beutezug – die Fische werden natürlich anschließend unbeschadet wieder in den See gesetzt, mit der Flosse zuerst, wie Brümmer erklärt, damit sie keinen Schaden nehmen.

In einer ersten Runde geht es entlang des Uferbereiches. Mit Strom werden die Fische betäubt, um sie an der Oberfläche schwimmend einzusammeln. Eine Methode, die im Fischfang verboten ist, für wissenschaftliche Zwecke aber angewendet werden darf, Brümmer hat eine Sondergenehmigung.
Vor allem Barsche gehen den Fischern in großer Anzahl ins Netz. Recht junge, zwischen meist sieben und 13 Zentimetern. Aber auch eine Goldorfe, ein Karpfenfisch, Hechte und Rotaugen sowie eine Karausche waren an der ersten Stelle dabei.
Dass die Population der Barsche so groß ausfalle, sei etwas ungewöhnlich, aber erklärbar, so Brümmer. Ihre Eier hängen in klebrigen Fäden, die sich an Pflanzen in Ufernähe verfangen und dann durch Vögel auch über große Distanzen verbreitet werden können.

Und so geht es weiter um den See herum, jeder Fisch wird gezählt, gemessen und protokolliert. Am Ende wolle man auch eine Schautafel aufstellen, auf der die Besucher mehr über den Fischbestand im Dowesee erfahren können, erklärt Baptist, der nicht nur Lehrer, sondern auch Leiter des Regionalen Umweltbildungszentrums Dowesee ist.
Nachdem der Uferbereich erforscht ist, holt Brümmer sein großes Netz aus dem Auto. Im großen Bogen wird es per Boot auf dem See ausgebracht und anschließend von den Schülern an Land gezogen. Doch plötzlich geht nichts mehr – das Netz hat sich an Totholz im See verfangen, Brümmer muss es lösen und die meisten großen Fische entkommen, einen Hecht und viele kleine Barsche befördern die Schüler an Land. Für einen zweiten Versuch ist es zu spät, die Schüler sind schon seit Stunden im Einsatz. Auf die Zählung habe das aber keinen Einfluss, versichert Brümmer. Sein Fazit: Im Dowesee leben erstaunlich wenige Arten, aber dafür sehr viele Fische. Der Hecht des Tages hat am Ende eine Länge von stattlichen 75 Zentimetern.

 

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