Fleißig üben für das Seepferdchen

Dank der Spende von „Jazz an der Oker“ lernten neun Kinder schwimmen

Sulayman, Linda und weitere sieben Kinder übten in den Herbstferien fleißig schwimmen. Die Trainerinnen Kristina Gerhardt und Merle Menk (hinten v.l.) vom Schwimm-Sport-Team Braunschweig begleiteten den Kursus im Gliesmaroder Bad. Foto: Birgit Wiefel

Gliesmarode. Linda rückt gleich mal ein Bild gerade: „Also ich kann ganz toll schwimmen. Am Freitag mache ich das Seepferdchen und den Freischwimmer.“ Die neunjährige kleine Krabbe im lila Badeanzug ist eines der Kinder, die dank „Jazz an der Oker“ an einem Schwimmkursus im Gliesmaroder Bad teilnehmen.

Mehr als 3000 Euro waren im August beim Open-Air-Konzert von NB und der Saratoga Seven Band zusammengekommen. Die Freude beim Förderverein Badezentrum Gliesmarode war riesig. Jetzt wurde die Spende eingelöst.
Neun Kinder lernten in den Herbstferien was „Froschbeine“ sind und wie die Arme beim Schwimmen richtig einsetzt werden. Sechs von ihnen kamen über das Jugendzentrum Rotation, drei über den städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Familie.

Kristina Gerhardt und Merle Menk vom Schwimm-Sport-Team Braunschweig schafften nicht nur den Spagat zwischen völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen. Sie hüteten auch täglich einen Sack Flöhe.
„Wir studieren auf Lehramt – da kann man gleich schon mal üben“, winkt Kristina Gerhardt seelenruhig ab.
Dass generell immer weniger Kinder schwimmen können, will sie so nicht unterstreichen. „Wir haben hier Teilnehmer im Kursus, die schon sehr gut schwimmen, andere lernen mit der Nudel erst einmal die richtige Arm- und Beinbewegung.“ Entscheidend sei, die Rolle der Eltern. „Wenn sie die Kinder anregen, sind schon die ersten Grundlagen gelegt“, ist Merle Menk überzeugt.

Sulayman konnte sich schon vorher über Wasser halten, „aber hier habe ich gelernt, wie es besser geht“, erzählt er. Außerdem traut er sich jetzt auch, vom Beckenrand zu springen – „mit einer Nudel“, räumt der Siebenjährige ein.
Ganz anders Linda: Die Neunjährige schwimmt wie ein Fisch, springt ohne mit der Wimper zu zucken vom Ein- und Drei-Meter-Brett und findet überhaupt, „dass Schwimmen ganz viel Spaß“ macht. „Gelernt habe ich es in den Ferien bei Oma und Opa in Tunesien.“

Der Förderverein sieht trotzdem einen großen Bedarf: „Fast 60 Prozent der zehnjährigen Kinder sind keine sicheren Schwimmer“, zitiert Artur Schmieding, stellvertretender Vorsitzender, aktuelle Studien. Der Verein organisiert deshalb nicht nur regelmäßig Angebote, sondern bieten auch spezielle Freikartenkontingente an.
Von der Okerjazz-Spende erhielten jeweils der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter, die Awo Braunschweig und der Remenhof in Volkmarode Eintrittskarten im Wert über 300 Euro. „Unser Dank geht noch einmal an alle Besucher, die beim Jazz an der Oker so fleißig gespendet haben“, sagt Schmieding.

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