Flüthmanns Rollkoffer

Kommentar zum Trainerwechsel bei Eintracht Braunschweig

Elmar von Cramon.

„Wenn sie nicht für dich mitlaufen, kannst du schon mal anfangen den ersten Rollkoffer zu packen“, äußerte Leipzig-Coach Julian Nagelsmann in der Vorwoche über die Macht der Spieler im Profifußball – nur kurz bevor das 1:1 gegen Münster Christian Flüthmanns Aus als Eintracht-Trainer besiegelte. Nicht hart und konsequent genug soll der fachlich über jeden Zweifel erhabene Coach mit den Profis umgegangen sein, obwohl seinem Vorgänger André Schubert genau das zum Vorwurf gemacht worden war und Flüthmann Schlagdistanz zur Aufstiegszone als Arbeitsnachweis hinterlässt.

Sein Traumstart hatte bei den Fans die Hoffnung auf eine Zweitligarückkehr geweckt, intern aber manche Probleme übertüncht, die erstmals durch die Suspendierung von Martin Kobylanski zu Tage traten. Auch wurden die Auftritte im Eintracht-Stadion zunehmend schwächer, was angesichts der noch ausstehenden vier Heimspiele bis zur Winterpause für zusätzlichen Druck sorgte. „Es ist leichter den Trainer zu ersetzen als zwölf Spieler“, machte Nagelsmann einmal mehr die Mechanismen des Profigeschäfts deutlich, die bei Eintracht innerhalb von einem guten Jahr schon zum dritten Mal zur Anwendung kommen – wahrlich keine ruhmreiche Bilanz.

Unter Marco Antwerpen steht die Mannschaft künftig noch stärker in der Pflicht, gute Leistungen abzuliefern und auch für den Mann an der Seitenlinie alles zu geben. Andernfalls droht ihr der zweifelhafte Nimbus einer untrainierbaren Truppe, was ihr die Eintracht-Fans nicht verzeihen dürften.

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