Frank Menz verlässt die Löwen

Basketball-Bundesliga: Der Trainer und Sportdirektor geht nach der laufenden Saison von Bord

Nach drei Jahren als Löwen-Trainer wird Frank Menz seine Zelte an der Oker abbrechen. Mit den Braunschweigern konnte er bis heute insgesamt 24 Bundesliga-Siege feiern. Foto: Hübner

Braunschweig. Nach dem nervenaufreibenden 100:99 (42:42, 87:87)-Heimsieg nach Verlängerung gegen Ludwigsburg hätten die Fans der Löwen-Basketballer eigentlich eine ruhige Woche gut gebrauchen können. Stattdessen ließ der Bundesligist gestern eine Bombe platzen, mit der niemand gerechnet hatte: Cheftrainer und Sportdirektor Frank Menz wird die Braunschweiger nach dem Ende der laufenden Saison verlassen.

Die Entscheidung des 54-Jährigen, eine angebotene Vertragsverlängerung nicht anzunehmen, sei aus persönlichen Gründen gefallen, teilte der Verein mit. „Ich möchte auf meine Gründe aber weder jetzt noch in Zukunft genauer eingehen und bitte dafür um Verständnis“, wird Menz in der Pressemitteilung zitiert. Braunschweig sei für ihn „zu einer zweiten Heimat geworden“, so Menz, dem diese Entscheidung „alles andere als leicht gefallen“ sei. Der Fokus solle nun aber auf den kommenden Monaten dieser Saison liegen: „Ich bin hochmotiviert, diese Spielzeit erfolgreich abzuschließen und freue mich darauf.“

Für die Löwen ist der Abschied ihres sportlichen Strippenziehers ein herber Verlust. In seiner ersten Saison an der Oker (2016/17) hatte Menz die Basketballer auf Platz 16 und damit zum angepeilten Klassenerhalt geführt. In der vergangenen Spielzeit war der Sprung auf Rang zwölf gelungen, nachdem man zwischendurch gar mit der Meisterrunde hatte liebäugeln dürfen. Nach zehn absolvierten Begegnungen in dieser Saison sind die Braunschweiger ebenfalls Zwölfter – und mit bislang vier Siegen nur einen Erfolg hinter Playoff-Rang acht. „Gerne hätte ich auch über die Saison hinaus weiter mit ihm gearbeitet, aber ich respektiere Frank Menz’ Entscheidung vollends und kann seine Gründe mehr als nachvollziehen“, wird Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt zitiert.

Am Sonntag hatte das Menz-Team in einem Krimi gegen Playoff-Aspirant Ludwigsburg die Oberhand behalten. Vor 3105 Zuschauern in der Volkswagenhalle hatte US-Shooting-Guard DeAndre Lansdowne (32 Punkte) mit zwei irren Dreipunktewürfen eine Aufholjagd gekrönt, die seine Löwen schließlich in die Verlängerung führte. Dort setzten sich die Hausherren am Ende mit 100:99 durch. US-Center Scott Eatherton steuerte 22 Punkte und 17 Rebounds zum Sieg bei. Am kommenden Samstag treten die Löwen bei den Eisbären Bremerhaven an.
Auch der Verbleib der beiden Löwen-Stars Lansdowne und Eatherton über die Saison hinaus ist durch den bevorstehenden Abschied ihres Trainers gewiss nicht wahrscheinlicher geworden.

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