Frodo zieht mit Frauchen allen davon | Neue Braunschweiger
21. Januar 2020
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Frodo zieht mit Frauchen allen davon

Stefanie Hammerling und ihr Siberian Husky sind Welt- und Europameister im Zughundesport

Stefanie Hammerling ist mit Frodo auch bei Rasseausstellungen erfolgreich. Foto: Heidi Vogel/oh

Braunschweig. Wenn Stefanie Hammerling und Frodo durch die Feldmark preschen, sind neugierige Blicke gewiss. Vorne der Siberian Husky und dahinter auf „einem Tretroller für Erwachsene“ die Diplom-Bankbetriebswirtin – als Gespann mit bis zu 40 Stundenkilometern unterwegs. Die beiden sind fasziniert vom Zughundesport.

„Eigentlich ist das sein Hobby“, sagt Stefanie. Huskys sind Arbeitshunde und müssen gefordert werden – gut trainiert können sie das Neunfache ihres eignen Körpergewichtes ziehen. Und Frodo trainiert besonders erfolgreich. Auf nationaler Ebene ist er auf der Sprintstrecke in der Scooter-Klasse, die meist rund fünf Kilometer lang ist, seit Jahren unbesiegt, und auch international konnte er 2019 glänzen. In nur 14 Tagen wurde er Welt- und Europameister.

Zunächst ging es dafür im November nach Magyarpolány, Ungarn. Rund 1000 Kilometer mit dem Auto. „Für die Wettkämpfe habe ich mir extra einen Wohnwagen gekauft“, erzählt die 43-Jährige. Vor Ort belohnten sich beide mit ihrem fünften EM-Titel. Die eigentliche Herausforderung sollte aber folgen: Nur eine Woche später stand die Weltmeisterschaft auf dem Terminplan.

Also 1000 Kilometer zurück nach Dettum, wo Stefanie und Frodo leben, und dann in die andere Richtung auf die Fähre nach England. „Wir waren zwischendurch nur zwei Tage zu Hause“, erinnert sich die ehemalige Tänzerin, die zu ihrer aktiven Zeit mit der A-Formation des BTSC schon reihenweise Titel gesammelt hat.

Die größte Sorge galt dabei immer Frodo – ob er die Strapazen gut überstehen würde. Er konnte, und das Duo wurde in Firle, nahe Brighton, zum ersten Mal Weltmeister.

Stefanie Hammerling und Frodo auf der Strecke. Foto: Dog Paparazzi/oh

 

Der Weg an die Spitze war dabei gar nicht geplant. „Alles begann am 8. Februar 2004, als ich im Tierheim Wolfenbüttel meiner Ayla begegnet bin. Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Stefanie. Ayla wurde zuvor ausgesetzt und war ihr erster Hund überhaupt. Die beiden wurden unzertrennlich und ihr plötzlicher Tod nach zehn Jahren hinterließ eine tiefe Wunde. So beschloss Stefanie, sich einen weiteren Siberian Husky anzuschaffen. „Eigentlich wollte ich wieder eine Hündin, doch dann ist mir Frodo begegnet“, erinnert sie sich. Zunächst als Familienhund sollte der Welpe in Aylas Fußstapfen treten.

„Mein Mann schenkte mir irgendwann ein Hundeschlitten-Abenteuer von mydays“, und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Frodo wurde Schlittenhund.

Die Saison startet im Herbst. „Ich freue mich immer, wenn es Anfang September unter 15 Grad wird, denn über dieser Temperatur dürfen die Hunde nicht trainieren.“ Im Oktober stehen dann die ersten Rennen an, die Stefanie und Frodo im Hinblick auf die großen Titelkämpfe alle „als zusätzliches Training“ nutzen. So kommen während der Saison schnell 15 Wochenenden zusammen, an denen beide unterwegs sind.

Frodo wird im April sieben Jahre, wie lange geht seine Karriere? „Wenn ich merke, dass Frodo keinen Spaß mehr am Hundesport hat, dann hören wir auf.“ Und zwar komplett. Das mit dem Tretroller für Erwachsene sei schließlich eine Geschichte zwischen Frodo und ihr.

Info

Im Internet sind Frodo und Stefanie Hammerling unter mondlicht-husky.de zu finden.

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