13. März 2021
Gesundheit

Für schnelle Fahrt fehlt das Benzin

Organisatorisch hat die Stadt abgeliefert – es fehlt an Impfstoff

Start der Impfungen von Lehr- und Kitapersonal: Christina Boberowsky erhält ihren Impfpass von Heidi Heuer. Im Hintergrund Oberbürgermeister Ulrich Markurth (r.) und der Leiter der Task Force "Impfzentrum", Dr. Thorsten Kornblum. Sierigk

„Trotz allem ist es sensationell schnell gegangen“, ordnet Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Kampf der Stadt gegen die Coronapandemie ein, „ein Jahr für die gesamte Entwicklung, das muss man sich vor Augen führen“, sagt er während einer Pressekonferenz im Impfzentrum in der Stadthalle.

Vor drei Monaten sei „mal eben so“ verfügt worden, Impfzentren einzurichten. In Rekordzeit wurde die Stadthalle umgerüstet. „Wir haben gezeigt, wozu wir fähig sind, was für großartige Teams wir an der Seite haben“, sagt er voller Lob Richtung Feuerwehr, Ärzten, die aus dem Ruhestand zur Hilfe geeilt sind, und anderer Hilfsorganisationen. „Aber richtig raus sind wir erst mit genügend Impfstoff“, fügt er an.

Und trifft damit genau das Problem, das auch den Leiter der „Task Force Impfzentrum“, Dr. Thorsten Kornblum, umtreibt. „Es ist, als wenn wir einen super ausgestatteten Sportwagen hätten, aber leider kaum Benzin.“ Immerhin, es geht voran: Die Zweitimpfungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen sind abgeschlossen. Die Zweitimpfungen im Impfzentrum für die Über-80-Jährigen haben am 3. März begonnen.
3295 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Braunschweiger Kliniken wurden durch die mobilen Teams des Impfzentrums geimpft (Erst- und Zweitimpfungen).

Und Braunschweig hat ein Pilotprojekt an den Start gebracht, weil bei den bundesweiten Pilotprojekten keine Braunschweiger Praxen dabei waren. Jetzt werden in einer Dialyse- und einer Onkologischen Praxis im Zuge der laufenden Therapien Patienten geimpft. „Wir werden voraussichtlich in einigen Wochen sehr viel mehr Impfstoff haben, als wir im Impfzentrum verimpfen können. Daher sind natürlich Erfahrungen für den reibungslosen und verwaltungsarmen Übergang der Corona-Schutzimpfungen in die Hausarztpraxen hilfreich. Aus unserer Sicht sollte allerdings, mit Unterstützung des Impfzentrums, so bald wie möglich in den Braunschweiger Facharztpraxen sowie bei den Hausärzten mit flächendeckenden Impfungen begonnen werden“, sagt der Oberbürgermeister. Darüber hinaus sollten Betriebsärzte und weitere Kliniken in die Lage versetzt werden, ebenfalls schnellstmöglich zu impfen.

Inzwischen hat das Impfzentrum weitere Kapazitäten in Betrieb genommen, aktuell sind sieben Impfstraßen in Betrieb, sagt Dr. Kornblum. Dadurch kann das Impfzentrum Braunschweig erstmals deutlich über 1000 Impfungen pro Tag vornehmen. Mit genug Impfstoff soll eine achte Impfstraße in Betrieb gehen.

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