Gegen Hagen noch mal gezaubert

Basketball-Bundesliga: Löwen bezwingen Phoenix im letzten Saisonspiel mit 87:66 (42:38).

Veteran Derrick Allen riss Fans und Mitspieler mit einem krachenden Dunking von den Sitzen. Foto: Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 30.04.2015.

Braunschweig. Löwen-Cheftrainer Raoul Korner wandte sich nach der Partie an die Zuschauer in der Volkswagenhalle. „Ich fühle mich ein bisschen wie ein Olympia-Teilnehmer, der auf dem vierten Platz gelandet ist“, sagte der Wiener, dessen Team als Tabellenneunter die Playoff-Ränge nur hauchdünn verpasst hatte. Der 87:66-Erfolg gegen Phoenix Hagen im letzte Spiel der Saison hatte die Fans allerdings glänzend unterhalten.

Das im Vorfeld erhoffte Offensivfeuerwerk zündeten im ersten Viertel besonders die Braunschweiger. Zum 27:18 nach zehn Minuten hatten sechs Löwen ihren Punkte-Beitrag geleistet. Center Kyle Visser, der gern in Braunschweig bleiben möchte und sich in der letzten Saisonpartie für einen neuen Vertrag empfehlen wollte, kam besonders motiviert aus den Startlöchern, hatte schnell neun Zähler erzielt – darunter einen ungewohnt dynamischen Floater zum 15:15, den er sich bei Dru Joyce abgeschaut zu haben schien.

Apropos Dru Joyce: Der quirlige Point Guard sorgte für die schönste Aktion der ersten Halbzeit, als er im Fastbreak per „Behind the back“-Pass Tim Abromaitis bediente, der im Abschluss leichtes Spiel hatte. Auch Joyce‘ Ersatzmann, der 22-jährige Martin Bogdanov, machte seine Sache im zweiten Viertel anständig, fand mehrfach den offenen Mitspieler und traf selbst aus der Mitteldistanz. So setzten sich die Löwen zunächst bis auf 42:28 ab, ehe die Gäste aus Hagen mit einem 10:0-Run in den letzten drei Minuten vor der Pause auf 42:38 verkürzten.

Nachdem er in Halbzeit eins bereits acht Punkte gesammelt hatte, legte Tim Abromaitis bis gut sechs Minuten nach dem Seitenwechsel noch zehn Punkte drauf – darunter zwei spektakuläre Slam Dunks nach Alley-Oop-Anspielen von Dru Joyce, die die 2364 Zuschauer in der Volkswagenhalle begeisterten. So zogen die Löwen langsam wieder davon, auch weil die Hagener nicht ihre gewohnte Offensivstärke an den Tag legten. Mit einer 62:53-Führung gingen die Braunschweiger ins Schlussviertel.

Hier machten die Löwen den Sack schnell zu. Als Cornelius Adler gut sieben Minuten vor Schluss per Dreier auf 75:58 erhöhte, war die Messe fast schon gelesen. 90 Sekunden vor Spielende konnte es sich Coach Korner dann auch erlauben, neben Lucas Gertz vier Doppellizenzspieler aufs Feld zu schicken. Dominique Johnson, der Braunschweig nach der Saison wohl verlassen wird, war es, der per Dreier den umjubelten 87:66-Endstand herstellte.

Mit einem Plakat bedankte sich die Löwen-Mannschaft, die in der nächsten Saison wohl nicht in derselben Konstellation zusammenspielen wird, bei den Zuschauern. Und auch Korner vergaß nicht, sich bei Fans und Team („diese Gruppe ist etwas ganz Besonderes“) zu bedanken. Zumindest er wird im nächsten Oktober, wenn die Saison 2015/2016 beginnt, ganz sicher wieder mit dabei sein, um den Traum von den Playoffs dann vielleicht endlich wieder wahr werden zu lassen.

Für die Löwen punkteten: Abromaitis 23, Visser 14, Allen 12, Adler 10, Joyce 7, McElroy 5, Pluskota 5, Johnson 5, Simon 3, Bogdanov 3.

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