2. Januar 2021
Politik

Geld für Schulessen auszahlen

Oberbürgermeister Ulrich Markurth wandte sich an Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil

Fällt die Schule aus oder ist Home-Schooling angesagt, gibt es auch kein kostenloses Mittagesse. Symbolfoto: Birgit Wiefel

Braunschweig/Berlin (bw). Fällt durch die Pandemie die Schule aus, gibt es auch kein kostenloses Mittagessen. Oberbürgermeister Ulrich Markurth setzte sich jetzt mit Nachdruck dafür ein, dass der Bund die Mittel, die im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) für die Essensversorgung zur Verfügung stehen, direkt an die betroffenen Familien ausgezahlt werden.

Markurth sandte einen entsprechenden Brief an Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales.
Auch für die Zeit nach dem 10. Januar sei es wahrscheinlich, dass die Schulen weiterhin von Schließungen betroffen seien, entweder komplett oder im Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzlernen, hebt der OB hervor. In beiden Szenarien falle die Mittagessenversorgung an den
meisten Schulen weg. „Für einkommensschwache Familien bedeutet dies, dass sie auf die Leistung des kostenfreien Mittagessens für ihre Kinder verzichten müssen“. Dies führe zu finanziellen Einbußen, zudem sei damit ein regelmäßiges warmes Mittagessen für viele Kinder und Jugendliche
nicht gesichert.

Lunchpakete in Braunschweig nicht machbar
Die Möglichkeit, auf Lunchpakete mit Lieferung nach Hause oder Abholung umzustellen, ist für Braunschweig mit 17 Caterern verschiedener Größe, die die Schulen versorgen, nicht umsetzbar. Den Unternehmen fehlen personelle, infrastrukturelle und logistische Voraussetzungen. Dies stellt sich zum Beispiel in Wolfsburg mit einem großen Caterer, zudem eine städtische Tochtergesellschaft, anders dar. Dort waren im ersten Lockdown wöchentliche Lunchboxen verteilt worden.

Erste Hilfe durch die Stadt

„Braunschweig hat im Lockdown im Frühjahr 2020 aus eigenen Mitteln eine einmalige Unterstützung der Familien mit einem 30-Euro-Gutschein pro BuT-berechtigtem Kind organisiert“, schreibt der OB weiter. „Ziel war es – neben der finanziellen Unterstützung – ein Zeichen des Zusammenhalts an die einkommensschwachen Familien zu senden, die in den Sozialschutzpaketen des Bundes nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.  Vor diesem Hintergrund sprechen sowohl die praktische Umsetzbarkeit als auch die Gebote der Diskriminierungsfreiheit und der Solidarität dafür, die BuT-Mittel für die Mittagessenversorgung in Zeiten des Wechselmodells und der Schulschließung direkt an die Familien auszuzahlen.“

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