Gemeinsam kämpfen, lachen, feiern

„Die Würde der Frau ist unantastbar“ – Bündnis 8. März stellt Programm zum Frauentag vor

Vieles ist schon erreicht, aber auf dem Weg zur "Superwoman" bleibt noch einiges zu tun. Zeichnung: Frauen- und Mädchenberatungsstelle

Braunschweig. So gesellschaftlich breit und bunt das Bündnis 8. März aufgestellt ist, so vielseitig und vielversprechend ist das Programm rund um den Internationalen Frauentag. Beim Märchenabend werden die Frauengestalten unter die Lupe genommen, beim „Hexenfrühstück“ gelacht, geredet und gegessen, beim Workshop die pointierte Widerrede geübt und beim Empfang „70 Jahre Grundgesetz“ gefeiert. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was bis zum 16. März stattfindet.

In Abwandlung des ersten Artikels im Grundgesetz steht über allen Veranstaltungen das Motto „Die Würde der Frau ist unantastbar“. Ein hoher Anspruch, der in der Wirklichkeit oft mit Füßen getreten wird. „Mehr als 50 Prozent der Frauen, die zu uns in die Beratungsstelle kommen, haben Gewalterfahrungen“, sagt Katharina Schade-Adeyemi. Noch krasser ist der Widerspruch, wenn es um das Thema Prostitution geht. Darüber spricht und diskutiert die Sozialarbeiterin und Aktivistin Sarah Schmid am 14. März ab 18 Uhr. Anmeldungen sind erwünscht unter 2 33 66 66. In Zusammenarbeit mit dem Universum Filmtheater zeigt die Frauenberatungsstelle außerdem am 11. März den Film „Embrace“ und hinterfragt gängige Schönheitsvorstellungen.

Schon viel erreicht

„Rechtlich haben wir viel erreicht“, sagt Marion Lenz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Doch Erwartungen, dass Frauen mit jedem Jahr ein wenig mehr ihren Platz in allen gesellschaftlichen Bereichen beanspruchen und einnehmen – die hätten sich nicht erfüllt. Konservative Strömungen in Europa und in Deutschland gefährden das Erreichte. „Dabei geht es nicht nur um Frauenrechte, sondern um die Demokratie“, sagt Lenz. Auf beides gelte es heute mehr als gestern aufzupassen und Erreichtes nicht als Selbstverständlichkeit abzutun.
Dazu passt es gut, dass sich dem Frauen-Empfang am 8. März um 15 Uhr (Gemeindesaal der evangelisch-reformierten Kirche, Wendentorwall 20) eine Demonstration gemeinsam mit Studierenden anschließt (Treffpunkt ist um 16 Uhr auf dem Universitätsplatz).

Allein der Blick auf die Situation Alleinerziehender zeige, dass noch viel zu tun sei. „Diese Frauen haben ein hohes Armutsrisiko“, sagt Ulrike Adam, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte und Mitorganisatorin des Frauentages. Dazu komme der Spagat zwischen der Organisation des Familienlebens und der Forderung der Arbeitswelt nach größtmöglicher Flexibilität.

Briefe schreiben gegen das Vergessen

Die Braunschweiger Amnesty International Gruppe wird ihrerseits dafür sorgen, dass inhaftierte Frauenrechtlerinnen nicht ihrem Schicksal überlassen werden. Mit „Briefen gegen das Vergessen“ (11. März, 17 Uhr im Café Abspann im Universum) lasse sich in einem Drittel der Fälle durchaus etwas erreichen.
Es gebe auch gute Nachrichten, nicht alles sei ernst und schwer, sagen die Frauen vom 8.-März-Bündnis und laden zur Frauentanzparty ab 19.30 Uhr ins Haus der Kulturen am Nordbahnhof ein.

Programm im Internet

Den kompletten Veranstaltungsüberblick gibt es im Internet unter www.braunschweig.de/achter-maerz-buendnis .

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