„Gesunder Menschenverstand hilft“ | Neue Braunschweiger
6. März 2020
Politisches

„Gesunder Menschenverstand hilft“

Corona-Virus in Braunschweig – Stadt hat Hotline geschaltet – Bei Verdacht telefonisch melden

Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast und Torge Malchau, Leiter der Feuerwehr , informieren nach der ersten Corona-Infektion in Braunschweig. Foto: Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Nach dem ersten bestätigten Fall einer Corona-Infektion in Braunschweig , hat die Stadt eine Hotline eingerichtet, unter der Fragen der Bürgerinnen und Bürger zum Thema Corona-Virus beantwortet werden. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0531/470-70 00, und zwar von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr.

„Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Virus auch Braunschweig erreicht“, sagte Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast, zuständig für das federführende Gesundheitsamt. Gemeinsam mit Torge Malchau, Leiter der Feuerwehr und damit zuständig für die Organisation der Gefahrenabwehrleitung, informierte sie über die aktuelle Situation.
Nach wie vor seien die klassischen hygienischen Maßnahmen die wichtigsten. „Und der gesunde Menschenverstand hilft auch“, appellierte Arbogast an Ruhe und Besonnenheit.

Eine Braunschweigerin ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sie hat sich offenbar im Urlaub auf den Kanaren angesteckt und nach ihrer Rückkehr in den vergangenen Tagen leichte Krankheitsanzeichen entwickelt. „Die Frau hat keine schweren Symptome, daher befindet sie sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt in häuslicher Isolation, ebenso wie ihre Mitbewohner“, erklärte Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast.

Grundsätzlich ändere sich für die Bevölkerung unmittelbar durch das Auftreten eines ersten Corona-Falls nichts.
„Wer Symptome hat, meldet sich bitte TELEFONISCH (!) bei seinem Hausarzt und bespricht alles weitere“, sagte Arbogast. Das gleiche gelte, wenn jemand in einem der Krisengebiete war (Infos unter www.rki.de) oder Kontakt hatte zu jemandem, bei dem das Virus nachgewiesen ist.
Außerhalb der Sprechzeiten der Hausärzte und am Wochenende sollten sich die Menschen telefonisch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 wenden.
„Bitte die genannten telefonischen Kontakte anrufen und nicht in die Notaufnahmen der Kliniken und die Hausarzt-Praxen gehen“, appelliert Arbogast. Es sei ganz wichtig, nicht einfach in einer Arztpraxis oder in einer Klinik aufzutauchen. „Wir müssen möglichst verhindern, dass unser Praxis- oder Klinikpersonal angesteckt wird.“

Die Stadt teilte gestern mit, dass die infizierte Frau weiterhin nur leichte Symptome hat und daher in häuslicher Isolation bleibe. Die beiden begründeten Verdachtsfälle, bei denen Donnerstag ein Abstrich zur Überprüfung einer Infektion genommen wurde, sind beide negativ getestet worden: kein Coronavirus. Eine Kontaktperson der infizierten Frau aus deren Wohngemeinschaft ist getestet worden, weil sie sich mit leichten Symptomen beim Gesundheitsamt gemeldet hat. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Zwölf Personen sind zudem derzeit in häuslicher Isolation, da sie mit einer bestätigten oder noch unbestätigten infizierten Person Kontakt hatten, aber keine Symptome aufweisen. Hier wird gewartet, ob bei ihnen Symptome auftreten, dann kann ein Abstrich genommen werden.
Die Stadt Braunschweig sieht derzeit keinen Anlass für Schließungen von Einrichtungen oder generelle Absagen von Veranstaltungen. „Es liegt auch in der Eigenverantwortung des Einzelnen, sein Infektionsrisiko beispielsweise durch Vermeidung großer Menschenmengen zu reduzieren“, betonte Arbogast. Dies gelte insbesondere für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen.

„Hamsterkäufe sind nicht sinnvoll“, sagte Torge Malchau, „für die Bevölkerung gilt: Die Grundversorgung ist gesichert.“ Alle Infos auf der Internetseite der Stadt, die ständig aktualisiert wird, und auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de

Auch interessant