7. Dezember 2013
Kulturelles

Gesungen wird vor dem Essen

Schauspieler Reiner Schöne begeisterte das Publikum bei einer Lesung im Braunschweiger Dom.

Schauspieler Reiner Schöne las in Begleitung vom Blechbläserensemble am Braunschweiger Dom und dem Vokalensemble der Domsingschule Geschichten zum Nikolaustag. Foto: Hübner

Von Birgit Leute, 08.12.2013.

Braunschweig. Nach einer Weile zieht er sich doch lieber einen warmen Pullover an. Schauspieler Rainer Schöne las am Nikolausabend im Dom Heiteres und Besinnliches von Eichendorff bis Hüsch vor und musste feststellen: Braunschweig ist nicht Kalifornien.

Viele Jahre hat der 71-Jährige aus Thüringen im Sonnenstaat der USA gelebt. Deutsche Weihnachtstraditionen hat der baumlange Hüne mit den blauen Augen allerdings nie vergessen und las deshalb mit markanter Stimme und sichtlichem Vergnügen Geschichten und Anekdoten von völlig verkorksten Familienfeiern und vom Floh im Ohr des Christuskindes vor.
„Das erinnert mich irgendwie an Loriot“, bemerkte er schmunzelnd über Mark Spörles „Wir singen vor dem Essen“: Eine familiäre Tour de Force durch den Heiligen Abend, bei dem es um die Kernfrage geht: Wird in diesem Jahr vor oder nach dem Essen gesungen.
Begleitet wurde Schöne vom Blechbläserensemble am Braunschweiger Dom unter Leitung von Witold Dulski und dem Vokalensemble der Braunschweiger Domsingschule unter Leitung von Elke Lindemann. Mit Werken von Jan Koetsier, Ingo Luis und Roger Harvey bewiesen die Musiker, dass Weihnachtslieder nicht immer getragen sein müssen, sondern durchaus beschwingt, verjazzt und mit lateinamerikanischem Temperament daherkommen können. Simon Bartels setzte mit seinem glockenhellen Knabensopran dazu den Kontrapunkt und glänzte in Stücken wie „Lasst uns froh und munter sein“ oder „Alle Jahre wieder“.
Fazit: Ein rundum gelungener, mal besinnlicher, mal heiterer Abend in einem gut besetzen Braunschweiger Dom.

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