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Gift oder Seuche: Woran sterben Stadttauben?

Mehr als 20 verendete Tiere in der Innenstadt gefunden – Hinweis auf mögliche Giftköder

Bereits 20 Stadttauben wurden tot aufgefunden. Foto: Pixabay

Innenstadt. Beate Gries, Vorsitzende des Vereins Stadttiere, war alarmiert, nachdem Mitglieder in der vergangenen Woche 16 tote Tauben in der Innenstadt, unter anderem auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz, gefunden hatten.

Einige geschwächte Vögel brachten die Tierschützer noch zum Tierarzt, aber jede Hilfe kam zu spät, die Tiere verendeten nach kurzer Zeit. Übers Wochenende wurden weitere sieben tote Tauben entdeckt. Ein schrecklicher Verdacht drängte sich auf: Streuen Taubenhasser Gift in der Innenstadt aus?

Dieser Verdacht ist nicht aus der Luft gegriffen. „Zeugen haben uns von grell-orangen ‘Stäbchen’ beziehungsweise ‘Linsen’ berichtet, die sie in unmittelbarer Nähe von Totfunden gesichtet hatten. Hierbei handelt es sich möglicherweise um Rattengift“, berichtete Beate Gries. Bei einer anschließenden Suche sei an den entsprechenden Stellen allerdings nichts Verdächtiges entdeckt worden. Das Veterinäramt habe die verendeten Tauben zunächst für weitere Ermittlungen gesichert.

Parallel hat der Verein zwei Tauben zu zwei verschiedenen Tierärzten gegeben, um die Todesursache herauszufinden. Gries: „Wir hoffen am Donnerstag auf ein erstes Ergebnis.“ Außer Gift komme generell auch eine Seuche als Ursache in Frage. Einige Tiere hätten neurologische Störungen gezeigt, seien getorkelt und hätten sich „wie Pilze“ einsammeln lassen. „Das würde zur Paramyxovirose passen“, erläuterte Gries. Die Vorsitzende des Vereins Stadttiere geht mittlerweile sogar eher davon aus, dass es sich um eine Krankheit handelt. Die Paramyxovirose führe in der Regel in kurzer Zeit zum Tod, sei für Menschen allerdings ungefährlich. Durch das Fütterungsverbot seien die Stadttauben ohnehin in einem schlechten Zustand und geschwächt. Die Sache mit den orangefarbenen Stäbchen sei damit allerdings noch nicht aus der Welt, betonte Gries.

Vorsichtshalber warnt der Verein davor, verdächtige Körner, Stäbchen oder ähnliches, die in der Innenstadt verstreut an Hausecken, zwischen Platten- oder Kopfsteinpflasterfugen, unter Bäumen oder Büschen liegen, mit bloßen Händen zu berühren. Auch Kinder und Hunde sollten nicht in Kontakt damit kommen. Stattdessen sollte die Polizei informiert werden.
Bereits in der vergangenen Woche hat der Verein zwei Anzeigen gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen §17 Tierschutzgesetz gestellt, zudem sei das Auslegen von Giftködern eine Straftat. Die Polizei bestätigte der NB, dass Anzeige erstattet worden ist. Derzeit werde untersucht, woran die Tauben gestorben seien. „Auch das Veterinäramt ist involviert, wir arbeiten Hand in Hand zusammen“, sagte Carolin Scherf.

Die Stadt Braunschweig verweist ihrerseits auf Polizei und Staatsanwaltschaft, die aufgrund des Verdachts, dass Gift ausgelegt wurde, ermitteln. „Sollten Bürger verdächtige Köder, Pillen oder ähnliches finden, sollten sie umgehend die Polizei verständigen“, teilt Pressesprecherin Juliane Meinecke der NB schriftlich mit.

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