Gnadenhof braucht dringend Hilfe | Neue Braunschweiger
3. Mai 2020
Menschen

Gnadenhof braucht dringend Hilfe

Sabine Bracker und ihre aufgenommenen Tiere sind auf Spenden angewiesen

Gabi und Peter Viecenz (rechts) spendeten Gnadenhof-Betreiberin Sabine Bracker (links), hier mit ihren Tieren Danny, Cara, Finchen und Justus-Jonas (von links), unter anderem Hundekörbchen und eine Akku-Schubkarre. Foto: privat

Klein Biewende. Zufrieden suhlt sich Finchen im Stroh, grunzt laut und schmatzt vergnügt. Das Ferkel weiß vielleicht ganz genau, dass es großes Glück im Unglück hatte: Anfang April rettete die Polizei das junge Tier auf der Autobahn 7 bei Hannover von der Fahrbahn – vermutlich war es von einem Transporter gefallen. Nun lebt die kleine Sau auf dem Gnadenhof in Klein Biewende.

„Ich konnte trotz finanzieller Nöte nicht Nein sagen. Die Entscheidung fiel Herz über Kopf. Die Tiere sollen es ja gut haben,“ sagt Sabine Bracker, Hof-Betreiberin und Vorsitzende des Vereins für misshandelte Tiere.
Neben Finchen tummeln sich auf dem Hof auch Hunde, Ziegen, Kühe, Esel, Pferde, Schafe und einige Kleintiere. 60 sind es insgesamt. „Die Tiere sind zu mir gekommen, weil sie sonst keinen Platz mehr hätten“, erklärt Sabine Bracker und nennt ein Beispiel: „Erst vor Kurzem haben wir Moja aufgenommen. Das Schaf leidet unter einer Euterentzündung und hat bei uns jetzt ein neues Zuhause gefunden.“

Ihr neuer Schützling: Sabine Bracker und das A7-Ferkel, das auf den Namen Finchen getauft wurde.  Foto: privat

Die Corona-Krise hat auch bei der Tierschützerin große Sorgen ausgelöst. Zurzeit kümmert sie sich in einer 24-Stunden-Bereitschaft täglich allein um den Hof und die Tiere. „Ich brauche unbedingt eine Vollzeitkraft“, macht Sabine Bracker deutlich. „Unterstützung bekomme ich in der Regel auch von zwei Helfern aus der Lebenshilfe und Stiftung Erkerode – die dürfen aufgrund von Corona aber gerade auch nicht kommen.“

Schwierigkeiten bereite auch die anhaltende Trockenheit in der Region: Heu ist zur teuren Mangelware geworden. Und: „Durch die Corona-Pandemie gehen die Spenden, auf die wir angewiesen sind, zurück, weil viele – verständlicherweise – Angst um ihre eigene Existenz haben“, meint Sabine Bracker.
Hilfe leisteten jetzt Gabi und Peter Viecenz. Am Dienstagabend spendeten sie dem Gnadenhof eine Akku-Schubkarre, einen Freischneider, Paddockmatten und einige Hundekörbchen. „So etwas können wir immer gut gebrauchen“, freut sich Sabine Bracker. Das findet auch Vierbeiner Danny und legt sich zufrieden, alle viere von sich gestreckt, auf das weiche Kissen.

Den Tieren soll es gut gehen, dafür setzt sich Gnadenhof-Betreiberin Sabine Bracker unermüdlich ein. Foto: BZV-Archiv/Steiner

Informationen zum Gnadenhof gibt es im Internet unter www.gnadenhof-niedersachsen.de/herzlich-willkommen-auf-unserer-homepage.html. Über die Homepage können unter dem Reiter „Jetzt spenden über Betterplace“ auch Hilfsgelder übergeben werden.

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