Grandioses Comeback von Casey Therriault

Von Daniel Beutler

Als wäre er nie fort gewesen. Casey Therriault bestimmte das Spiel der Lions gleich von der ersten Minute an.

Braunschweig. Die Dresden Monarchs haben sich gewehrt, in der Mittagshitze vor rund 3000 Zuschauern alles gegeben, um den zweiten Sieg in Folge gegen die New Yorker Lions einzufahren. Die aber haben einen Mann auf ihrer Seite, der den Unterschied ausmacht: Casey Therriault. Der Lions-Spielmacher überzeugte in seinem ersten Spiel für die Braunschweiger in diesem Jahr auf ganzer Linie.

Die Szenen in denen der US-Amerikaner herausstach waren zahlreich. Um den Frust der Monarchs zu beschreiben, eignet sich jene unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Die Gastgeber hatten gerade mit einem grandiosen Drive auf 17:21 verkürzt und übergaben den Ball mit rund einer Minute auf der Uhr an die Braunschweiger. Von der eigenen 38-Yard-Linie aus führte Therriault mit teils unglaublichen Aktionen seinen Angriff über das Feld, und warf zum Abschluss einen Pass auf den völlig freistehenden Christian Bollmann zum 28:17-Halbzeitstand. Das darf keineswegs unterschlagen werden: Therriault hat herausragende Wide Receiver, die die Lücken finden und dem Quarterback das Leben leicht machen.
Wenn das mal schwer wird auf dem Feld, bewies Therriault nur eine Woche nach seiner Ankunft in Deutschland, dass er von seine Agilität nichts verloren hat. Vor dem 21:10 wand sich Therriault aus der Umklammerung der Dresdner Abwehr, behielt den kühlen Kopf und passte aus dem vollen Lauf zentimetergenau auf den freistehenden Bollmann in der Monarchs-Endzone. Dresden fand schlichtweg kein probates Mittel, um diesen Mann in der Schaltzentrale nachhaltig zu stoppen.
Das galt zunächst auch für den Monarchs-Angriff, der ebenfalls starke Momente hatte. Aber erneut steigerte sich die Braunschweiger Abwehr nach der Pause, ließ in der zweiten Hälfte keine Punkte mehr zu.
Und so hatten die Braunschweiger das bessere Ende auf ihrer Seite. Auch eben dank Therriault, der wieder einmal eine absolute Spitzenmannschaft auf ein noch höheres Level gehoben hat.
In der zweiten Hälfte zollten beide Teams zwar der Hitze ihren Respekt, das Spiel wurde langsamer. Die Braunschweiger hielten sich aber schadlos. In der ganzen Partie machten die Gäste nur zwei große Fehler. Ein Fumble von Therriault und ein verpasster Fieldgoal-Versuch von Kicker Tom von Duijn aus 26 Yards – beides blieb aber folgenlos. So gingen die Lions als verdiente Sieger vom Platz.

Die Punkte
1. Viertel: 0:7 Neuer Quarterback auf den alten: Casey Therriault bedient mit seinem 15-Yard-Pass Evan Landi für die Führung. Point after Touchdown (PAT) Tom van Duijn.
3:7 Jan Hilgenfeldt verkürzt für die Monarchs per Fieldgoal.
3:14 Eine Wurftäuschung von Therriault, Dresden fällt drauf rein und Anthony Dable ist frei durch. 75 Yards in einem Spielzug haben die Lions hier überbrückt. PAT van Duijn.
2. Viertel:
10:14 Was für ein Lauf von Donald Russel. Der Runningback der Monarchs tanzt in eine vierten Versuch die halbe Lions-Defense aus und erzielt mit seinem Lauf über 35 Yards den ersten Touchdown für Dresden. PAT Hilgenfeldt.
10:21 Therriault zum Dritten. Unter großem Druck durch die Dresdner Abwehr bleibt der Quarterback ruhig und findet Christian Bollmann mit einem 36-Yard-Pass in der Monarchs-Endzone. PAT van Duijn.
17:21 Dresden gibt nicht auf, findet die kleinen Lücken in der Lions-Abwehr, marschiert über das Feld und am Ende mach Russel aus vier Yards den Touchdown.
17:28 Mit dem Pausenpfiff findet Therriault erneut den völlig freistehenden Christian Bollmann in der Monarchs-Endzone. PAT van Duijn.
3. Viertel:
17:34 David McCants macht auf fünf Yards alles klar für die Braunschweiger. PAT von Duijn geblockt.
4. Viertel:
17:41 Der Lions-Runningback legt nach, läuft aus 20 Yards in die Monarchs-Endzone. PAT von Duijn.
17:47 Fullback Max Merwarth erzielt aus kurzer Distanz den Endstand. PAT von Duijn geblockt.

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