2. Juli 2022
Buntes

Grillen im Grünen: So gibt es keinen Ärger

Im Prinzen- oder Heidbergpark müssen nur noch Steak und Kohle mitgebracht werden - Protest am Ölper See

Ein Sommerabend im Prinzenpark: Hier wie auch im Heidbergpark oder am Dowesse gibt es einen öffentlichen Grillplatz, der von jedem genutzt werden kann. Foto: Stefan Lohmann/regios24

Braunschweig. Sommerzeit ist Grillzeit. Wer Lust auf Würstchen, Steak & Co hat, aber gerade kein eigenes Equipment zur Hand, kann einen der öffentlichen Grillplätze in der Stadt nutzen. Insgesamt fünf gibt es in Braunschweig: Im Schul- und Bürgergarten, am Ölper See, im Heidbergpark, im Prinzenpark und im Ganderhals.

Die Plätze stehen jedem offen und müssen nicht reserviert werden. Allerdings gibt es Regeln und nicht jeder Standort hat sich im Nachhinein als günstig herausgestellt. Am Ölper See etwa liefen die Anwohner Sturm. Sie fühlten sich durch Qualm, Geruch und Lärm belästigt, im Moment ist dieser Platz deshalb geschlossen.

Es gibt Regeln

Klar ist, wer einen öffentlichen Grillplatz nutzt, kann nicht einfach verfeuern, was ihm gerade in die Hände kommt. Erlaubt sind ausschließlich Grillkohle und ein handelsüblicher Grillanzünder. Außerdem sollte der Platz sauber hinterlassen und auch die Musik auf „Zimmerlautstärke“ gedreht werden. Darüber hinaus gibt es feste Nutzungszeiten und es lohnt sich ein Blick auf den Graslandfeuerindex, denn ab der Gefahrenstufe 4 ist das Grillen in den Anlagen grundsätzlich untersagt.

Ärger am Ölper See

Genau diese Regeln wurden am Ölper See regelmäßig missachtet. 2017 hatte die Stadt an der nordöstlichen Seite des Sees den Grillplatz eingerichtet. Eigentlich ist die Ecke die reinste Idylle: Dichtes Grün, ein weiter Blick übers Wasser und bei gutem Wetter noch ein schöner Sonnenuntergang inklusive. Den Anwohnern wurden allerdings die lauen Sommerabende schnell verleidet. Betrunkene Gruppen lärmten bis tief in die Nacht. „Unsere Gärten wurden als Klo benutzt, der Müll blieb einfach liegen und als Brennmaterial wurden Äste und Zweige abgeknickt“, berichteten die Betroffenen. Vor zwei Jahren gründeten einige eine Interessengemeinschaft und trugen ihre Sorgen in diversen Bezirksratssitzungen und dem zuständigen Umweltdezernenten Holger Herlitschke, vor. Ihre Hauptforderung: Da der Platz zu dicht an der Wohnbebauung errichtet worden sei, solle er verlegt werden. 2021 kam tatsächlich Bewegung in die Sache: Die Stadt versprach nachzubessern und den Platz noch im gleichen Jahr um 250 Meter an den südöstlichen Rand zu verlegen. Passiert ist bislang nichts.

Die Kehrseite der Medaille: Am Ölper See fühlten sich die Anwohner von den Nutzern massiv belästigt. Der Grillplatz ist geschlossen und soll verlegt werden. Foto: Birgit Wiefel

„Die Ausschreibung für den Rückbau des Grillplatzes hatte sich zunächst verzögert, als Folge dessen wäre ein Rückbau erst ab Ende 2021 möglich gewesen. Da auch umfangreiche Boden- und Vegetationsarbeiten nötig sind, hat die Verwaltung entschieden, die Arbeiten in das Frühjahr 2022 zu verlegen“, erklärte Stadtsprecherin Julia Meinecke auf Anfrage.

Wohin mit dem Grillplatz?

Seit Ende des vergangenen Jahres hätte es außerdem Kritik einiger Anlieger gegeben. Sie sahen sich durch den neuen Standort beeinträchtigt. „Mittlerweile haben sich nach Information der Verwaltung mehrere Interessengruppen zum Thema Grillplatz gebildet. Um weitere Konflikte und eine möglicherweise neuerliche Verlegung des Grillplatzes zu vermeiden, hat die Verwaltung den Bau zunächst gestoppt“, teilt Meinecke mit. Es werde Gespräche geben mit dem Ziel, kurzfristig eine Lösung zu finden. „Wann mit dem Rückbau und Neubau des Grillplatzes zu rechnen ist, lässt sich allerdings derzeit nicht abschätzen“, so die Stadt.

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