Größer, teurer und raffinierter

Verkauf von Silvesterfeuerwerk gestartet – Stadt: kein Abbrennen in bestimmten Bereichen.

In der Silvesternacht wird es bunt und laut am Himmel über Braunschweig. Foto: Archiv Thomas Ammerpohl

Von Martina Jurk, 29.12.2013.
Braunschweig. Das neue Jahr wird laut und bunt begrüßt. Gestern begann der Verkauf von Feuerwerkskörpern. Am Abend waren die Vorräte der Händler schon gut aufgebraucht.

„Keine Kaufzurückhaltung bei den Kunden“, beobachtete Volkmar von Carolath, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI) gestern Abend. „Der erste Tag ist gut gelaufen“, bilanzierte Patrick Unger, zuständig für den Feuerwerksverkauf im Eisenwarengeschäft Ohlendorf im Magniviertel. Der Trend zu großen Batterien halte an. „Die werden immer größer, raffinierter und teurer, und sie werden gut gekauft“, so Unger. Er prognostiziert einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Bis Ladenschluss am Silvestertag sei noch Gelegenheit Feuerwerkskörper zu kaufen.
Schon bei den alten Germanen hatte ein lautstarker Jahreswechsel Tradition: Mit der Absicht, böse Geister zu vertreiben, veranstalteten sie ohrenbetäubenden Lärm mit Rasseln, Töpfen oder Peitschen. Erst im 20. Jahrhundert wurden im Zuge der Massenproduktion Feuerwerkskörper für jedermann zugänglich.
Und da sind offensichtlich auch in diesem Jahr der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Kometen und Sterne sind in diesem Jahr die Neuheiten am Silvesterhimmel. Der Trend gehe noch mehr in Richtung Batteriefeuerwerk, so der Bremerhavener Feuerwerksproduzent Comet, der bundesweit 30 000 Verkaufsstellen beliefert. Einmal zünden und dann entspannt die Effektchoreographie genießen: rote, grüne und goldene Knisterschweifkometen, begleitet von lautstarken lilafarbenen und grünen Sternen in bis zu 45 Metern Höhe. Rote Feuerblüten, die in kraftvolle Silverschweife übergehen, gefolgt von smaragdroten und -grünen Explosionen mit Silberglitter. Rote und grüne Feuertöpfe mit rot-grünen römischen Lichtern, die in silberne Glitzerheulpfeifenwolken übergehen, rote Feuerzungen mit leuchtender Spitze und Knister-effekt, weitschweifige Chrysanthemensterne mit zerlegend buntem Sternenaufstieg und gigantischen XXL-Brokatregeneffekten, roter und grüner Sternenregen, weißer Glitzereffekt, silberner Blumeneffekt und knisternde blaue Sterne – den Knallerfreaks wird das Herz aufgehen.
Dem Handel übrigens auch. Gestern hat der Verkauf von Feuerwerkskörpern begonnen. Die Deutschen werden den Prognosen des Verbands der pyrotechnischen Industrie 124 Millionen Euro für Silvesterfeuerwerk ausgeben, so viel wie im Vorjahr.
„In Braunschweig sieht das ähnlich aus“, sagte Volkmar von Carolath, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI). Neben den klassischen Verkaufsstellen für Silvesterknaller, wie die Kaufhäuser Karstadt und Galeria Kaufhof, würden Baumärkte und die großen Lebensmitteldiscounter immer mehr ein lohnendes Geschäft wittern. Die strengen Auflagen für die Lagerung der Feuerwerkskörper und -raketen würden sie dafür auf sich nehmen, so von Carolath. Die Kunden hätten beim Kauf der Knaller und Raketen keine Zurückhaltung gezeigt. Vor allem die großen Batteriefeuerwerke seien ordentlich gekauft worden, bilanzierte der AAI-Vorsitzende am Ende des ersten Verkaufstages gestern Abend.
In diesem Zusammenhang erinnert die Stadt Braunschweig an die bundesweit geltende Regelung im Sprengstoffrecht, wonach in unmittelbarer Nähe von reetgedeckten Häusern und Fachwerkhäusern kein Feuerwerk abgebrannt werden darf.
Ein Erlass des Landes konkretisiert, dass in einem Abstand von 200 Metern um Reet- und Fachwerkhäuser kein Höhenfeuerwerk sowie innerhalb der Wurfweite, also im Umkreis von rund 25 bis 30 Metern, keine handgeworfenen pyrotechnischen Gegenstände wie beispielsweise Böller gezündet werden dürfen.
Betroffen sind davon in Braunschweig Stadtbereiche mit Reet- und Fachwerkhäusern wie in Riddagshausen, im Magniviertel einschließlich Löwenwall, in der Echternstraße, der Bruchstraße, am Burgplatz und am Wollmarkt.
Erlaubt ist das Abbrennen von Feuerwerk dagegen am Ritterbrunnen an der dem Rathaus zugewandten Seite des Schlosses bis etwa auf Höhe des nördlichen Reiterstandbildes mit ausreichendem Abstand zum Magniviertel. Gemeinsam mit der Polizei wird der Zentrale Ordnungsdienst der Stadt das Verbot überwachen und auch durchsetzen.
Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände sei außerdem in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen und Kirchen verboten, so die Stadtverwaltung.

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