Grünes Licht für Wohnungsbau

Stadt erhöht noch einmal die Schlagzahl

Der Siegerentwurf eines Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung des Bahnhofsumfelds: So könnte bald der Blick aus dem Bahnhof heraus aussehen. Foto: Welp von Klitzing/oh

Braunschweig (a). Braunschweig boomt, Wohnungen sind knapp, die Mietpreise steigen. „Wir halten Wort mit der Wohnbauoffensive in Braunschweig und tragen der dynamischen Entwicklung unserer Stadt konsequent Rechnung“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth jetzt bei der Vorstellung neuer Pläne.

Die Stadt will bis Ende 2025 Baurecht für rund 6000 neue Wohneinheiten schaffen, bis 2030 für weitere 2000. Diese Konsequenz zieht die Verwaltung aus den Ergebnissen der jetzt aktuellen Wohnungsbedarfsprognose.
Im Verfahren befinden sich bereits Bebauungspläne für über 3000 weitere Wohneinheiten. In den vergangenen Jahren übertraf die Verwaltung die gesteckten Ziele deutlich: Von 2013 bis Mitte 2019 gab sie nach eigenen Angaben grünes Licht für den Bau von rund 6100 Wohneinheiten. Vorgesehen waren bis 2020, gemäß der Bedarfsprognose von 2013, ursprünglich 5000.

„Ein Nachfragedruck am Mietwohnungsmarkt besteht vor allem in den unteren bis mittleren Preisklassen und in beliebten Wohnlagen“, berichtet Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.
„Rund 19 Prozent der Braunschweiger Haushalte – Mieter und Eigentümerhaushalte – zählen zu den einkommensschwachen Haushalten, für die es bis 2016 noch vergleichsweise gute Versorgungsmöglichkeiten gab.“ Seitdem seien wachsende Preissteigerungen am Markt zu verzeichnen. Auch mittlere Einkommensschichten seien zunehmend mit höheren Mietpreisen konfrontiert.

OB Markurth: „Ziel der Braunschweiger Wohnungspolitik wird es daher sein, das Angebot an preisgünstigem Wohnraum zu sichern und auszubauen, indem weiterhin geförderte Wohnungen errichtet werden. Außerdem werden wir Bauträger und Investoren in Baugebieten mit Mehrfamilienhäusern auch künftig verpflichten, mindestens 20 Prozent der Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen zu bauen.“

Um den voraussichtlichen Wohnungsbedarf bis Ende 2030 zu ermitteln, gab die Stadt eine neue Wohnungsbedarfsprognose beim Gutachterbüro InWIS in Auftrag. Sie betrachtet den Zeitraum bis 2030 in den konkreten Betrachtungsabschnitten 2020 bis 2025 (vordringlicher Bedarf) und 2026 bis 2030 (mittelfristiger Bedarf) und schließt damit an die GEWOS-Prognose von 2013 an. Hintergrund ist die beabsichtigte Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit einem Zeithorizont bis 2030.
Außerdem soll die Prognose dazu dienen, das kommunale Wohnraumversorgungskonzept fortzuschreiben und zu qualifizieren.

„Grundsätzlich erscheint es auch für die Zukunft sinnvoll, mindestens zwei Drittel des Wohnungsneubaus im Geschosswohnungsbau zu realisieren“, fasst Heinz-Georg Leuer zusammen. „Ohne die Nutzung weiterer Innenentwicklungspotenziale, wie die Aktivierung von Baulücken und untergenutzten Flächen wird es nicht gelingen, den Bedarf zu decken. In die Planungen für den Wohnungsbau wird auch das vorliegende Wettbewerbsergebnis für die Umgestaltung des nördlichen Bahnhofsumfelds sowie das Projekt Bahnstadt im Süden des Hauptbahnhofes einbezogen.“

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