Guter Rat zum Schluss: „Solide bleiben“

Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann mahnte bei seinem letzten Neujahrsempfang im Amt solide Finanzen an.

Gruppenfoto vor dem Neujahrsempfang: Gastgeber Oberbürgermeister Gert Hoffmann (mit Amtskette) und seine Frau Doris (rechts) begrüßten (von links) Professor Werner Neubauer (Volkswagen), Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic und Chinas Botschafter Shi Mingde. Foto: Ammerpohl

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.01.2014.

Braunschweig. „Wir sind eine der stärksten Großstädte Deutschlands“, sagte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann bei seiner letzten Neujahrsansprache vor rund 300 geladenen Gästen im Lichthof des Städtischen Museums.

„Herr Botschafter, ich hoffe, Sie sehen mir nach, dass ich mit dem Fußball anfange“, sagte Hoffmann mit Blick auf seinen Ehrengast, den chinesischen Botschafter Shi Mingde. Aber der Aufstieg der Eintracht sei nun einmal der emotionale Höhepunkt des vergangenen Jahres gewesen, und wie immer es auch weitergehe, „das kann uns keiner nehmen.“
„Ein tolles Jahr“
Auch neben diesem sehr speziellen Jubel sei 2013 „ein tolles Jahr“ gewesen, die Stadt könne sich über eine beispiellose Dynamik in Wirtschaft und Wissenschaft freuen. Unter 70 Großstädten belege Braunschweig Platz 7. „Wenn man bedenkt, wo wir vor 25 Jahren nach der Maueröffnung als Zonenrandgebiet gestartet sind, wird klar, mit welcher Dynamik die Entwicklung vorangegangen ist“, sagte Hoffmann.
Er lobte den Weltruf der Technischen Universität und der anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, blickte zurück auf die Grundsteinlegung des Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) und des Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS), führte die geforderte Krippenquote von 35 Prozent an, die mit 50 Prozent weit überschritten werde und betonte, dass Braunschweig eine der ganz wenigen Städte sei, die es sich („noch“) leiste, auf Kita-Entgelte zu verzichten. Auch der Zuzug sei ungebrochen, jährlich kämen zwischen 1600 und 1900 Neubürger hinzu.
Aber: „Wir dürfen uns nicht ausruhen“, fuhr er fort, „andere Städte sind auch gut unterwegs, der Wettbewerb ist hart. Stillstand ist Rückschritt.“ Er selbst sei nur noch ein knappes halbes Jahr im Amt und habe deshalb „auch noch ein paar Aufgaben“ für seinen Nachfolger gelassen. Dazu gehöre, für eine wachsende Stadtbevölkerung ausreichend günstiges Bauland und bezahlbare Wohnungen zu schaffen sowie die nötigen sozialen Einrichtungen weiter auszubauen.
Und vor allem: „Die finanziellen Grundlagen müssen solide gehalten werden.“ Mit 200 Millionen Euro Rücklage sei die Stadt jetzt gut gerüstet. Aber es könne auch schnell anders kommen.
Verbindung zu China
So sei Deutschland und damit auch Braunschweig von der Entwicklung in China abhängig, sagte Hoffmann und übergab damit an den chinesischen Botschafter Shi Mingde. Der erzählte kurz von seinen Anfängen 1972 als Student in Ostberlin, um dann das Zukunftsprogramm Chinas vorzustellen. Der 18. Parteitag habe die umfassendsten Reformen seit 1978 verabschiedet, damit würde schon 2020 ein „bescheidener Wohlstand für alle“ umgesetzt sein. Denn die rasante Entwicklung mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von mehr als sieben Prozent, habe auch Probleme gebracht. Unter anderem Umweltbelastungen und eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. „Aber wir haben große Zuversicht in die Zukunft“, versicherte er. Spätestens Mitte des Jahrhunderts sei China eine „wohlhabende, transparente Gesellschaft.“ Auch der Ausbau des Rechtsstaates und die bessere Wahrung der Menschenrechte gehörten dazu.

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