„Habe hart an mir gearbeitet“ | Neue Braunschweiger
7. November 2020
Sport

„Habe hart an mir gearbeitet“

Eintrachts Routinier Nick Proschwitz zuletzt treffsicher – Über 130 Profitore für 15 Vereine

Nick Proschwitz jubelt nach dem Tor zum 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg. Joachim Sielskiimago images

Braunschweig. Zweimal in Folge markierte Nick Proschwitz zuletzt vor heimischem Publikum den Siegtreffer und verhalf seiner Mannschaft so zu wichtigen Punkten auf dem Weg zum Klassenerhalt. Vor der Saison hatte der Angreifer nach einer sportlich äußerst durchwachsenen Spielzeit als Wechselkandidat gegolten, erweist sich in der neu formierten Mannschaft von Daniel Meyer aktuell jedoch als äußerst wichtig.

Besonders beim jüngsten 3:2-Heimerfolg gegen den 1. FC Nürnberg zeigte sich der Routinier nervenstark und verwandelte in der Nachspielzeit den entscheidenden Strafstoß. „Ich wusste, wo ich hinschießen wollte und war mir relativ sicher, dass ich den reinmachen werde“, erklärt der gebürtige Weißenfelser, der in der Nähe von Bamberg aufwuchs. Bevor er seinen zweiten Saisontreffer markieren durfte, hatte es jedoch eine gefühlte Ewigkeit gedauert, da der Schiedsrichter nach Foulspiel gegen Lasse Schlüter im Nürnberger Strafraum erst noch den Videobeweis bemühen wollte: „Ich habe nur gehofft dass er den Elfmeter nicht zurücknimmt, war mir aber sicher, dass es keine klare Fehlentscheidung war.“

Zufrieden kann der 33-Jährige auch mit der eigenen Bilanz sein, denn vor wenigen Wochen hat es eher nach einer Saison als „Bankdrücker“ ausgesehen. Sein Konkurrent Marvin Pourié hatte den Verein nach dem Aufstieg wieder verlassen, mit Suleiman Abdullahi schienen die Löwen für das Sturmzentrum jedoch eine hochkarätige Lösung gefunden zu haben. Der Nigerianer feierte beim 5:4-Pokalerfolg gegen Hertha BSC zwar auch seine Torpremiere, konnte im Ligabetrieb allerdings nicht überzeugen und fehlt seit einigen Wochen wegen einer Knieverletzung. Die sich daraus ergebene Chance konnte Proschwitz nutzen „Der Start in die Saison war nicht ganz so einfach“, gibt er freimütig zu; sich hängen zu lassen, kam allerdings nicht in Frage: „Ich glaube, dass ich immer hart an mir gearbeitet habe und mir das jetzt so ein bisschen verdient habe. In der letzten Saison war es für die Stürmer nicht ganz so einfach, in gute Positionen zu kommen und viele Tore zu erzielen.“

Getroffen hat er in seiner langjährigen Karriere häufig; über 130 Profitore stehen für den 1,92-Meter-Mann zu Buche, der sich 2010 in Diensten des FC Vaduz die Torjägerkrone in der zweiten Schweizer Liga holte und sich diesen Titel 2012 im Trikot von Zweitligist SC Paderborn mit Frankfurts Alex Meier und dem Fürther Olivier Occéan teilte. Anschließend lief er für Hull City sogar in der Premier League auf und trat für VV St. Truiden und Sparta Rotterdam auch in den höchsten Spielklassen Belgiens und den Niederlanden an. Die Löwen sind die mittlerweile 15. Station seiner Profikarriere, in der er viele Höhen und Tiefen erlebt hat. Dementsprechend vorsichtig ist er auch beim Blick in die Zukunft. „Lügen gestraft“ habe er diejenigen, die ihn bereits auf dem Abstellgleis sahen, nach eigener Ansicht jedenfalls noch nicht: „Es ist noch zu früh das zu sagen, es ist noch viel von der Saison über“, gibt er sich vor der Partie gegen den SV Sandhausen (bei Redaktionsschluss noch nicht ausgetragen) bescheiden.

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