„Haben für das Vorgehen kein Verständnis“ | Neue Braunschweiger
5. Juli 2020
Wirtschaft

„Haben für das Vorgehen kein Verständnis“

Schließung der Kaufhof-Filiale: Volksbank BraWo erhebt als Vermieterin schwere Kritik gegenüber dem Konzern

Die Kaufhof-Filiale am Bohlweg steht vor dem Aus. Foto: Volksbank BraWo

Braunschweig (bw). Der Schock sitzt tief: Im Juni hatte Galeria Karstadt Kaufhof angekündigt, 62 Warenhäuser zu schließen. Auch die Filiale am Bohlweg ist darunter. Wann allerdings das endgültige Aus kommt, darüber hat sich der Konzern noch nicht offiziell geäußert. Die Volksbank BraWo als Eigentümerin des Gebäudes ist deshalb verärgert und erhebt schwere Vorwürfe.

„Als Eigentümer und zugleich Vermieter dieses Objektes haben wir vom Galeria Kaufhof Karstadt-Konzern bisher keine Informationen zu den Plänen erhalten. Wir kennen das nur aus den Medien“, versichert Volksbank BraWo-Chef Jürgen Brinkmann.
Die Bank, so Brinkmann, habe für diese Vorgehensweise überhaupt kein Verständnis und halte den Umgang für äußerst ungewöhnlich. „Es hat keinerlei Kontakt oder Kontaktversuche vom Mieter in den letzten Monaten gegeben. Und daher sind auch Aussagen von Seiten des Kaufhaus-Konzerns, man habe mit den Vermietern über die Mieten gesprochen und schließe insbesondere die Standorte, bei denen keine Zugeständnisse bei der Miete gemacht wurden, hier nicht zutreffend. Das ist für diesen Standort komplett falsch. Von Seiten der Stadt haben wir bislang nur konstruktive Unterstützung erhalten, weshalb wir die Kommunikation durch Galeria Karstadt-Kaufhof sehr bedauern.“

Laut Angaben der Volksbank betrage die Miete deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter und kann daher kein Grund für die Schließung gewesen sein. Nach bisherigen Aussagen des Konzerns gegenüber der Bank soll das Warenhaus beziehungsweise der Standort in der Vergangenheit rentabel gewesen sein.

Für den Erhalt des Kaufhauses setzen sich zurzeit Mitarbeiter und Kunden ein. Die Volksbank hat dafür Verständnis und befürwortet dies: „Wir bedauern sehr, dass die dort beschäftigten Mitarbeiter des Karstadt-Kaufhof-Konzerns nun vor einer ungewissen Zukunft stehen. Die Petition, die die Betriebsratsvorsitzende Ute Jordan zur Rettung des Standortes initiiert hat, begrüßen wir. Allerdings sind wir der falsche Adressat.“

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