Hansa stößt die Löwen vom Thron

Eintracht Braunschweig verliert 1:2 gegen Rostock – Trainer Christian Flüthmann: „Es wollte nicht funktionieren“

Benjamin Kessel (vorne) versuchte seine Mannschaft anzutreiben – vergeblich. Foto: Susanne Hübner/imago

Braunschweig. Eintrachts Tabellenführung ist vorerst futsch. Nach einem enttäuschenden Heimauftritt gegen Hansa Rostock, das beim 2:1-Erfolg verdient drei Zähler aus Braunschweig entführte, müssen sich die Löwen in der aktuellen Trainingswoche schnell verbessern, um für die anstehenden Aufgaben gerüstet zu sein. Zunächst wartet am kommenden Samstag der aktuelle Tabellendritte Viktoria Köln auf das Flüthmann-Team, anschließend empfangen die Blau-Gelben den neuen Tabellenführer aus Halle.

„In der ersten Halbzeit haben wir in einigen Phasen unglücklich ausgesehen und nicht die nötige Aggressivität an den Tag gelegt. Die spielerischen Elemente waren in der zweiten Halbzeit vorhanden, allerdings hat Rostock sehr gut nach vorne verteidigt“, lautete das Fazit von Christian Flüthmann.

Noch bevor alle der 22179 Zuschauer ihre Plätze eingenommen hatten, lag der Ball bereits im Netz. Nico Neidhart jagte eine Hackentrick-Vorlage von Korbinian Vollmann für die Rostocker unter die Querlatte (3.) ohne von der Eintracht-Abwehr konsequent attackiert worden zu sein. „Wir wussten, dass Rostock in den ersten Minuten losmarschiert, haben aber nur die Räume und nicht gegen den Mann verteidigt“, ärgerte sich der Eintracht-Coach.

Zu wenig Biss im Zweikampf und nicht genug Intensität im Angriffsspiel zogen sich wie ein roter Faden durch die ersten 35 Minuten, auch beim zweiten Tor halfen die Löwen kräftig mit. Erst leitete Robin Becker den Rostocker Angriff an der Mittellinie per Kopf ein, anschließend landete Steffen Nkansahs verunglückte Rettungsaktion bei Pascal Breier, der dankend einschob (35.).

Unmittelbar danach zeigten sich die Löwen jedoch entschlossen und kamen durch Marcel Bär, nach einem schönen Steilpass von Martin Kobylanski zum Anschlusstreffer(38.).

Im zweiten Durchgang waren die Blau-Gelben dann zwar präsenter, ließen die guten Chancen von Nick Proschwitz (58./Kopfball) und Kobylanski (65./über das Tor) aber ungenutzt. „Ich hätte mir nach Ballgewinnen gewünscht das Spiel zu verlagern und Ruhe zu bewahren anstatt sofort in die Tiefe zu spielen“, nennt Flüthmann einen der Gründe, warum sein Team die Rostocker letztlich nicht mehr entscheidend gefährden konnte.

Das nötige Engagement wollte er seinen Spielern zumindest im zweiten Durchgang aber nicht absprechen: „Ich kann meiner Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht arbeiten wollte. Wir hatten Drangphasen und haben immer weitergemacht. Es war ein Tag, an dem es nicht funktionieren wollte.“

Mannschaft: Fejzic (3) – Kijewski (3,5), Nkansah (4), Becker (4), Kessel (3) – Wiebe (3,5), Nehrig (4) – Kobylanski (4) – Feigenspan (5), Proschwitz (4,5), Bär (3)
Eingewechselt: 46. Schwenk (4) und Y.Otto (4) für Feigenspan und Nehrig; 74. Ademi (-) für Kobylanski
Tore: 0:1 (3.) Neidhart; 0:2 (35.) Breier; 1:2 (38.) Bär (Vorarbeit Kobylanski)
Zuschauer: 22179
Gelbe Karte: Wiebe

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