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Happy Birthday: „Ein paar Falten mehr, na und?“

55 Jahre NB: Geboren 1964 – Birgit Pohl genießt mit 55 Jahren jeden Augenblick und vor allem italienisches Essen

Leinen los: Birgit Pohl liebt Wasser und Meer. Dieses Foto entstand beim Segeltörn auf dem Maschsee. Foto: privat

Querum. Typisch Frau von heute: Mit Ende 40 wollte es Birgit Pohl noch einmal wissen. Sie promovierte am Lehrstuhl für Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Jetzt mit 55 Jahren arbeitet sie als Schöffin am Landgericht und tanzt auch sonst ehrenamtlich auf vielen Hochzeiten.

„Mir fehlt es an nichts“, erzählt sie uns fröhlich am Telefon. Birgit Pohl steht für eine Generation Frau, denen die Fünf vor der Null keinen Schrecken mehr bereitet. „Die Anzahl der gelebten Jahre hat doch längst nichts mehr damit zu tun, ob frau sich alt oder jung fühlt“, ist die ehemalige Querumerin überzeugt.

Wie aus dem Ei gepellt

Birgit Pohl wurde 1964 in Wolfenbüttel geboren – „allerdings nur, weil der Arzt meiner Mutter dort Belegbetten hatte“, betont die Braunschweigerin. Die ersten Bilder zeigen sie beim Sonntagsausflug im Kinderwagen – adrett mit Mütze und Kleidchen gekleidet. Auch ihre Elten sind wie aus dem Ei gepellt. Papa Emil mit Anzug und Krawatte, Mama Felizitas mit Kostüm und Pumps. So war das damals in den Sechziger Jahren.

Jeans, Turnschuhe, Jogginghose – unvorstellbar. Und noch etwas war unvorstellbar: Frauen über 50 mit Mini­röcken, Tops, engen Hosen, flotten Outfits. Meistens jedenfalls. „Ich kenne meine Oma nur in Schwarz mit einem Dutt“, erinnert sich Birgit Pohl und ist überzeugt: „Damals sahen die Leute wirklich alt aus.“
Ist sie deshalb froh, heute 50 plus zu sein? „Auf jeden Fall“, kommt es umgehend. Ihre Generation sei viel selbstbewusster, ausgeglichener und zufriedener. „Wir sind in einer guten Zeit aufgewachsen, haben keine Kriege erlebt, keinen Hunger, können als Frauen tun und lassen, was wir wollen“, zählt sie auf.

Minirock mit 50 plus

Und was lässt Birgit Pohl zum Beispiel? „Die Quälerei in Fitnessstudios, um in Form zu bleiben.“ Wenn schon körperlicher Einsatz, dann im Garten, aber ansonsten lautet das Credo eher: no Sports.
„Klar, hab ich das eine oder anderen Pfund zuviel auf den Rippen“, sagt Pohl, aber deshalb die Freude am Leben verlieren? Kommt gar nicht in die Tüte!

„Das ist das Gute, wenn man älter ist: Man rennt keinem Ideal mehr hinterher, sondern hat im besten Fall Frieden mit sich selbst geschlossen. Falten sind für mich kein Makel, sondern ein Zeichen von Lebenserfahrung.“
Ihre Geheimtipps? Reisen, gut italienisch essen, am Meer die Seele baumeln lassen und – auch mit 50 plus ruhig noch Miniröcke tragen.

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