23. Oktober 2021
Sport

Havelse freut sich auf Rekord-Besuch

Eintracht Braunschweig trifft im Stadion von Hannover 96 auf den Underdog der 3. Liga

Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann warnt vor einer „Riesen-Herausforderung“. Foto: Sebastian Priebe/regios24

Braunschweig (red). Für den TSV Havelse scheint die Partie gegen Eintracht Braunschweig schon vorab ein Festtag zu werden. Jedenfalls ist damit zu rechnen, dass sich weit mehr Zuschauer im Niedersachsenstadion verirren, als die 1600, die sonst im Schnitt zu den Heimspielen des Aufsteigers in die 3. Liga pilgern.

Viele Fans aus Braunschweig werden erwartet – und auch beim heimischen Anhang wird kräftig die Werbetrommel gerührt. Eine Garbsener Bäckerei, die zu den Sponsoren des TSV zählt, wirbt damit, jedem ein Ticket für die Partie am Sonntag (14 Uhr) zu schenken, der in den Filialen entweder Teigwaren für 10 Euro ersteht, oder seine Kundenkarte auflädt.

Dabei ist das Team aus dem Nordwesten von Hannover eher eines, das kleine Brötchen backen muss. Weil es aufgrund der Drittliga-Statuten des DFB nicht im heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion spielen darf, finden die Partien in der Arena des Zweitligisten Hannover 96 statt. Jeder Auftritt im fremden Wohnzimmer kostet die Havelser Feierabend-Fußballer rund 50 000 Euro für Miete, Reinigung und Personal. Kein Wunder also, dass der kleine Klub hofft, gegen Braunschweig mal den Break-even-Point beim Erlös zu knacken.

Besagte Bäckerei nennt das Aufeinandertreffen des langjährigen Regionalligisten und der Eintracht übrigens vollmundig „Das Derby“. Dabei ist es vor allem die Rivalität zwischen 96 und den Braunschweigern, die der Polizei Sorge bereitet. Es wird damit gerechnet, dass ein Aufeinandertreffen verfeindeter Fangruppen forciert werde, weshalb auch das eigentlich harmlos anmutende Duell am Sonntag vorab zu einem Stresstest für die Anhänger werden könnte, die sich auf den Weg in die Landeshauptstadt machen.

Eigentlich ist die Begegnung aber weit davon entfernt, ein Knallerspiel zu sein. Zwischen dem derzeitigen Tabellenletzten und den Löwen gab es bislang vier Punktspiele. Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre siegten die Braunschweiger dreimal. Einmal gewann der TSV.
Doch das zählt am Sonntag nicht mehr. Mit Akribie bereiteten sich beide Mannschaften auf das Aufeinandertreffen vor. Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann sah sich am Montagabend die 3:5-Niederlage der Havelser in Lotte gegen Verl an. Der 63-Jährige sagt: „Das wird für uns eine Riesen-Herausforderung“.

Und Rüdiger Ziehl, Chefcoach des kommenden Gegners meint: „Jeder weiß, dass Braunschweig am Sonntag der Favorit sein wird.“ Der 43-Jährige, der über viele Jahre für den VfL Wolfsburg arbeitete, wohnt noch in der VW-Stadt. Insofern waren die Wege kurz für den ehemaligen Fußball-Profi. Er sah sich in dieser Spielzeit schon mehrere Begegnungen an der Hamburger Straße an. „Das wird eine schwere Aufgabe, aber keine, vor der wir in Ehrfurcht erstarren“, sagt er.
Die Gefahr, dass die Blau-Gelben ihren Gegner aufgrund seiner Tabellenposition auf die leichte Schulter nehmen, ist nach Ansicht von Vizekapitän Robin Krauße aber nicht gegeben. „Havelse hat am Anfang nicht so gut gepunktet, aber man hat schon gesehen, wie gefährlich sie sein können“, so der 27-Jährige, der den ordentlichen Lauf mit seinem Team fortsetzen will. Gelingt das, wird es am Sonntag nicht der geplante Festtag für Havelse – egal, wie viele Zuschauer nun kommen.

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