Heiligabend 18 000 Kilometer weit weg…

Weihnachten in Neuseeland: Wenn die Sonne scheint und der Adventskalender dahinschmilzt ...

Lilli (links) und Miriam in Bluff – dem südlichsten Punkt von Neuseeland. Das kleine Foto zeigt Weihnachtsdekoration in Picton. Fotos: privat

Gerade mal 18, das Abitur in der Tasche und ab in die große weite Welt: Seit Ende Oktober bereisen meine Tochter Lilli und ihre Herzensfreundin Miriam Stöhr Neuseeland – von Campingplatz zu Campingplatz mit einem umgebauten Toyota Estima, liebevoll „Estelle“ getauft, in dem sie schlafen.

Jetzt steht Heiligabend vor der Tür, das erste Weihnachten ohne die Familie. „Wir haben das noch nicht so richtig realisiert, aber Heiligabend wird bestimmt traurig. Am liebsten wären wir dann wohl zu Hause“, befürchten sie. Es sei zwar viel weihnachtlich geschmückt mit Deko an den Straßenlaternen, in den Fußgängerzonen und in den Schaufenstern, dennoch komme keine rechte Weihnachtsstimmung auf: „Das Wetter ist hier ja komplett anders, es geht auf den Sommer zu.“

In jedem Fall kein gutes Klima für den Schoko-Adventskalender, den sich Lilli vor Ort besorgt hatte – ruckzuck war die Vorfreude dahingeschmolzen. So viel Spaß muss sein: Auf ihren langen Autofahrten singen die Mädchen ihr gesamtes Weihnachtslieder-Repertoire runter.

Heiligabend werden Miriam und Lilli in Levin, eine Stunde nördlich von Wellington, verbringen – rund 18 000 Kilometer von zu Hause entfernt. Sie haben eine Einladung einer deutschen Familie, bei der Miriam ab Mitte Januar für fünf Monate eine Stelle als Au-Pair antreten wird. „Das wird aber wohl mehr so eine Party mit richtig vielen Gästen“.

Ihr Fazit: „Wir vermissen die Weihnachtszeit, wie wir sie kennen durchaus – Mandarinen, Schokolade, leckeres Essen und Weihnachtsmärkte. Und freuen uns jetzt schon aufs nächste Jahr. Dieses Jahr setzen wir eben mal ein bisschen aus mit Weihnachten“ – allerdings mit kleinen Einschränkungen: Miriam hofft, im neuseeländischen Winter (ab Mai) noch etwas Weihnachtsfeeling nachholen zu können, und Lilli will nach ihrer Rückkehr im Januar „auf jeden Fall noch Plätzchen backen und Glühwein trinken“.

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