Helau – trotz allem! | Neue Braunschweiger
16. November 2020
Buntes

Helau – trotz allem!

Am 11.11.

Ernennung ohne Publikum, aber mit Clownsnase auf der Maske: Das neue Braunschweiger Dreigestirn, v.l. Till Jan, Prinz Martin I. mit Page und Bauer Dirk.  Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. Sessionsauftakt mit Sprühflasche. Wie so vieles in diesem Jahr war auch der Start in die fünfte Jahreszeit ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Aber wie sagte Oberbürgermeister und Schirmherr Ulrich Markurth richtig: „Der Karneval hat schon viele Krisen überstanden – Kriege, Zensuren, Verbote. Er wird auch diese Krise überstehen.“ Die Braunschweiger Narren zumindest ließen sich durch die Pandemie nicht unterkriegen und feierten die Sessionseröffnung im kleinsten Kreis in der Dornse.

„Als Plan B nicht mehr funktionierte, haben wir uns eben einen Plan C überlegt“, brachte es Linda Radke, Sprecherin des Komitees Braunschweiger Karneval, auf den Punkt. Hieß: Kein Biwak, kein Prinzensud, sondern Abstand und Hygiene. Nach jeder Ansprache desinfizierte ein Ordnerdienst das Pult peinlichst genau mit der Sprühflasche. Prinz Martin I, der neue Kopf des Braunschweiger Dreigestirns, musste sich den Orden von seiner Frau umhängen lassen. Und auch Stadtsäckel und Stadtschlüssel warteten einsam auf einem Stuhl für die Übergabe. Das hätten Stimmungskiller werden können. Aber das Komitee Braunschweiger Karneval, in dem die drei Gesellschaften vereinigt sind, setzte alles daran, sich die Feierlaune nicht verderben zu lassen. Und auch nicht den Hunderten von Aktiven, die dieses Mal nicht in die Dornse kommen konnten. Per Livestream wurde die Sessionseröffnung auf Youtube übertragen. In einer nationalen Videokonferenz vom Bund Deutscher Karneval erfuhren schließlich auch die anderen Karnevals-Hochburgen, mit welcher Phantasie Braunschweig die Einschränkungen meistert.

Prinz Jason I. musste in die Schule, aber „Tillin“ Nele und Prinzessin Lehne vom Kinderprinzenpaar gaben sich mit Heike Nerger die Ehre. Foto: Wiefel

Kameras, Mikrofone, schwere Scheinwerfer und ein Mischpult – für die Sessionseröffnung am Mittwoch war Hightech aufgefahren worden. Keiner sollte ausgeschlossen bleiben, auch wenn die Zahl begrenzt war. „Dies wird die erste aber nicht die letzte Veranstaltung in dieser Session in diesem Format sein“, versprach Prinz Martin I. allen, die im närrischen „Homeoffice“ zugeschaltet waren.

Dass beim ersten digitalen 11.11. nicht gleich alles reibungslos funktionierte – halb so schlimm. „Bei mir ist der Ton verzerrt – aber trotzdem Helau“, kommentierte ein Narr mit einem Augenzwinkern per Post. Auch für die Schaltung zur bundesweiten Talk-Runde mit dem Bund Deutscher Karneval brauchte es etwas Geduld. Das Saarland, wo dieser seinen Sitz hat, ist weit. Doch am Ende klappte alles. Und Moderator, Stefan Regert, der den Braunschweiger OB beharrlich mit falschem Namen ankündigte, dürfte nun auch endlich wissen, dass dieser Markurth heißt und nicht Kehling.

Die Sessionseröffnung wurde live im Internet gestreamt. Foto: Birgit Wiefel

Für kommendes Jahr warf Zugmarschall Gerhard Baller schon einmal einen Blick auf einige Highlights, die als Ersatz für Prunksitzungen und den Schoduvel geplant sind. Darunter einen Tag der offen Tür im Schoduvel-Zentrum am 14. Februar und eine Mitmachaktion auf dem Schlossplatz. Wer möchte, kann dann in einem Zelt beim Bau der Motivwagen für den Karnevalsumzug 2022 helfen. „Ebenso wie man Weihnachten nicht absagen kann, ist auch die komplette Absage des Karnevals im kommenden Jahr nicht möglich“, ist der Zugmarschall überzeugt.

Auch interessant