„Helft uns“: Flammender Appell in Rot | Neue Braunschweiger
25. Juni 2020
Wirtschaft

„Helft uns“: Flammender Appell in Rot

Am Montag setzte die Veranstaltungsbranche mit der „Night of Light“ ein Zeichen

Das tiefrote Schloss bei der "Night of Light". Foto: oh

Braunschweig. Schloss, Stadthalle, Staatstheater, VW-Halle – alle in tiefrotes Licht getaucht. Die Botschaft: „Seht her, wir stehen auf der Roten Liste“. Der Hilferuf kommt von der Veranstaltungsbranche, die durch den Lockdown schwere Zeiten erlebt. An der bundesweiten Aktion in der Nacht von Montag auf Dienstag nahmen auch Häuser und Agenturen aus Braunschweig teil.

„Die Licht-Aktion soll ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der Veranstaltungswirtschaft sein, die echte Hilfe anstelle von Kredit-Programmen benötigt“, sagt Kai Blome, Geschäftsführer der Agentur Blome & Pillardy Event. Er und seine Kollegen fordern einen Branchendialog mit der Politik. „Wir müssen gemeinsam einen Weg aus der Krise finden.“ Tatsächlich sind Clubs, Theater und Konzerthallen nach wie vor durch den Lockdown betroffen. Und Lockerungen sind nicht in Sicht. Dabei, so Blome, hätten die Veranstalter längst Sicherheitskonzepte.
„Seit dem Ausbruch der Covid-19-Krise und den damit verbundenen Beschränkungen haben Firmen und Spielstätten aus dem Eventbereich annähernd alle Aufträge verloren“, macht Kai Blome die dringliche Lage klar.

Die Politik würde sich der Branche viel zu zaghaft annehmen. „Es sind ja nicht nur die Agenturen, Caterer und Techniker davon betroffen, sondern auch alle weniger sichtbaren Gewerke wie Taxiunternehmen, Personalunternehmen, Sicherheitsfirmen, Mobiliar- und Modulanbieter, Dekorateure und viele mehr, die ihre Mitarbeiter bei Veranstaltungen einsetzen“, so Blome, der mit seiner Agentur bis 2018 die Fiestaphobia-Partys veranstaltete.

Die Stadtverwaltung hat mittlerweile Arbeitskreise zum Status Quo der Veranstaltungsbranche eingerichtet. „Wir werden weiterhin das Gespräch mit ihr suchen, um gemeinsam neue Lösungen zu finden“, betont Babak Khosrawi-Rad, Geschäftsführer der Braunschweiger Agentur Eventives, die unter anderem das „Unser Aller“-Festival in Gifhorn ausrichtet. Khosrawi-Rad setzt auf Besonnenheit, hat den Eindruck, dass die Not der Branche in der Politik und den Verwaltungen angekommen sei. Doch die Forderung nach „mehr“ unterstützt auch er. Kai Blome: „Wir haben alles Verständnis der Welt für die Dringlichkeit des Lockdowns, doch es gibt Wege, Veranstaltungen unter Einhaltung aller Auflagen durchzuführen.“ Wenn Personen auf engstem Raum ohne wirkliche Belüftung an Flügen teilnehmen dürften, „dann sollten wir auf ausreichend Raum Veranstaltung durchführen können – wenigstens im Außenbereich.“

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