Hines bleibt, Taylor muss gehen

Basketball-Bundesliga: Die Löwen treffen am Sonntag (15 Uhr, VW-Halle) auf das Spitzenteam aus Bamberg

Travis Taylor lief in fünf BBL-Partien auf. Dabei kam er in durchschnittlich 17 Minuten auf sechs Punkte und 2,8 Rebounds. SH

Braunschweig. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen das Bundesliga-Topteam aus Bamberg (Sonntag, 15 Uhr, VW-Halle) haben sich die Löwen-Basketballer von Center Travis Taylor getrennt. Der Vertrag von Testspieler Shaquille Hines wurde dagegen bis Ende November verlängert.

Der Plan sei eigentlich gewesen, Taylor, der in den vergangenen Jahren stets als klassischer Center mit dem Rücken zum Korb agiert hatte, auf die Power-Forward-Position umzuschulen. „Aber das ist defensiv und offensiv nicht gelungen“, räumt Löwen-Trainer Frank Menz ein. So hatte man in Taylor zwar einen soliden Center-Reservisten hinter Allstar Scott Eatherton, war auf der Vier hinter A2-Nationalspieler Christian Sengfelder aber zu dünn besetzt. Hines, der sich als „Stretch Four“, also wie Sengfelder als Vierer mit gutem Distanzwurf sieht, soll dieses Problem beheben.

Koné fällt weiterhin aus

Auch ein anderes Problem greift Sportdirektor Menz mit dem Spielertausch an. „Die Minuten, die Travis hinter Scott bekommen hat, waren die Minuten von Lars Lagerpusch und Dejan Kovacevic. Das hat keinen Sinn gemacht“, deutet der Ex-Bundestrainer an, dass die beiden deutschen Talente, die zuletzt nicht mehr Teil der regulären Rotation waren, nun wieder öfter zum Einsatz kommen werden.
Der Amerikaner Hines, der bei der ärgerlichen Niederlage in Vechta als siebter Ausländer nur zuschauen durfte, wird morgen gegen die starken Bamberger also wieder im Kader stehen. Auch DeAndre Lansdowne, der in Vechta nach seiner Verletzung zurückkehrte und 18 Punkte beisteuerte, hat seinen Einsatz gut überstanden. Bazou Koné (Knochenhautreizung) wird dagegen weiterhin ausfallen.
Trotz der erneuten Pleite in Vechta und dem vorletzten Tabellenplatz lasse seine Mannschaft die Köpfe nicht hängen, betont Menz: „Wenn man auf die Tabelle guckt, ist das natürlich ernüchternd. Aber das ist in erster Linie dem Spielplan geschuldet.“ Auch die verletzungsbedingten Ausfälle und die klaren Fehlentscheidungen der Unparteiischen in Bayreuth hätten einen Sieg bisher verhindert. „Aber die Jungs trainieren gut, glauben an sich und spielen auch gut. Von daher muss der Knoten auch irgendwann platzen.“

Schwerstarbeit für Hines

Ob das schon gegen Bamberg klappt? Der Halbfinalist der Vorsaison ist zwar nicht mehr das Überteam, das er bis vor zwei Jahren war. Mit vier Siegen in Folge zum Saisonstart haben die tief besetzten Franken aber gezeigt, dass sie auch in diesem Jahr wieder um den Titel mitspielen wollen. Leistungsträger beim Tabellenvierten sind unter anderem die Forwards Augustine Rubit (18,3 Punkte, 69 Prozent Wurfquote aus dem Feld) und Stevan Jelovac (14,5 Punkte) – auf Hines kommt defensiv also gleich ganz viel Arbeit zu.
Im Aufbau hält bei der Truppe des lettischen Trainers Ainars Bagatskis kein Geringerer als Tyrese Rice die Fäden in der Hand. Neun Assists legt der Routinier pro Partie auf – kein anderer Guard der BBL setzt seine Mitspieler öfter in Szene.

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