Hinten fahrig, vorne berechenbar | Neue Braunschweiger
7. Januar 2020
Sport

Hinten fahrig, vorne berechenbar

Basketball-Bundesliga: Die strauchelnden Löwen reisen nach Bonn

Center Scott Eatherton (Foto) kam in Würzburg – ebenso wie Karim Jallow – auf 16 Punkte. Topscorer der Löwen war der Österreicher Tommy Klepeisz mit 19 Zählern. Foto: Becker/imago

Braunschweig. Die Löwen-Basketballer können den Bock einfach nicht umstoßen. Die 83:97-Niederlage am Freitag in Würzburg war bereits die achte Pleite in den vergangenen neun Partien. Beim Auswärtsspiel am kommenden Freitag (19 Uhr) bei abstiegsbedrohten Bonnern muss endlich wieder ein Sieg gelingen – sonst könnte es auch für Pete Strobl ungemütlich werden.

Der Löwen-Trainer jedenfalls ist längst nicht mehr unumstritten. Gefühlt macht sein Team in den vergangenen zwei Monaten eher Rückschritte, besonders in der Verteidigung. In sieben der vergangenen neun Begegnungen wurden mehr als 90 Punkte zugelassen – nachdem in den ersten sechs Saisonpartien kein einziger Löwen-Gegner diese Marke geknackt hatte. Zu wildes, unüberlegtes Doppeln, verunglückte Zuordnungen in der Zonenverteidigung oder schiere Passivität erlaubten auch den Unterfranken viele einfache Zähler – die Würzburger Feldquote von 61 Prozent spricht eine deutliche Sprache.

Strobl zweifelte nach der Partie den Einsatz einiger seiner Akteure an. „Ein paar unserer Spieler müssen lernen, wirklich immer hundert Prozent zu geben. Sonst haben wir keine Chance, Spiele zu gewinnen“, fällte der Coach ein hartes Urteil. Doch auch an Taktik und Spielwitz mangelte es in Würzburg erneut. Immer wieder versuchten es die Löwen mit Einzelaktionen – häufig erfolglos. Von gut ausgeführten Systemen oder einem gefährlichen Pick-and-Roll, der wichtigsten Waffe in der Vorsaison unter Frank Menz, war wenig zu sehen.

Ein paar Lichtblicke gab es dennoch für den Tabellenzwölften. Die Zahl der Ballverluste (14) lag diesmal im akzeptablen Bereich. Auch die zweite große Baustelle der Saison, die Dreierquote, war in Würzburg zumindest okay (35,7 Prozent). Und der Mitte Dezember verpflichtete US-Guard Jairus Lyles zeigte seine erste wirklich brauchbare Partie (12 Punkte, 4 Assists).
Es gibt also durchaus einen Hoffnungsschimmer vor dem Auswärtsspiel bei den Bonnern, die als Tabellenvorletzter erst zwei Siege auf dem Konto haben. Mit einer weiteren Niederlage dagegen würde das anvisierte Saisonziel, die Playoff-Plätze, für die Löwen, die jetzt schon sechs Punkte davon entfernt sind, erstmal in weite Ferne rücken.

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